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Aktuell

bulletin Nr. 60 «Wohnungen für jede Lebenslage»

Schwerpunktthemen dieses bulletins sind die Chancengleichheit bei der Nutzung von Wohnraum und die selbständige Nutzung des öffentlicher Verkehrs.

Eine konsequente Berücksichtigung des anpassbaren Wohnungsbaus bei Neu- und Umbau von Wohnbauten ist eine Grundvoraussetzung für einen Wohnungsbestand der besuchsgeeignet ist und bei Bedarf an die Bedürfnisse von Bewohnern und Bewohnerinnen mit Behinderung angepasst werden kann. Der Artikel von Joe Manser beschreibt Fragestellungen bei der Renovation von Wohnbauten und erklärt die wichtigsten Lösungsansätze. Den vollständigen Artikel finden Sie auf der webseite.

Im Hinblick auf den Ablauf der Frist zur Umsetzung hindernisfrei zugänglicher Bus-Haltestellen per Ende 2023 hat die Fachstelle ein neues Merkblatt erarbeitet welches die technischen Anforderungen und Lösungen darlegt. Bedeutung und Nutzen der Anpassungen z.B. von hohen Haltekanten, werden im Artikel des «bulletins» dargelegt.

Alle Themen im Überblick

  • Wohnbauten anpassbar renovieren
  • Selbständig mit Bus unterwegs
  • Stabübergabe an der Fachstelle
  • Mitteilungen: neue Publikationen /neue Mitarbeiter / Kursangebot
  • Kolumne: «Wie sieht die ideale Welt aus?»

Freie Stellen bei Hindernisfreie Architektur

Die Fachstelle sucht Mitarbeitende zur Verstärkung des Fachteams in den Bereichen Grundlagenarbeit und Interessenvertretung

Sie identifizieren sich mit den Zielen der Fachstelle und engagieren sich für eine hindernisfreie Architektur in der Schweiz aufgrund eigener Betroffenheit und/oder aus Überzeugung – und Sie sind interessiert daran,

  • ihr Fachwissen, ihre Kompetenzen und Erfahrungen aus Architektur, Planung und Bauwesen zur Erarbeitung von Grundlagen und Planungshilfen für eine hindernisfreie, gesellschaftlich nachhaltige Architektur zu nutzen,
  • die Anforderungen von Menschen mit Behinderung an die bauliche Umwelt bei der Entwicklung von Normen, gesetzlichen Grundlagen, Produkten und in der Grundlagenforschung zu vertreten,
  • ihr Charisma und Engagement zu nutzen um die Interessen von Menschen mit Behinderung in der Planung und Realisierung von Bauten und Anlagen zu vertreten, Bauverantwortliche für diese Aufgabe zu sensibilisieren und weiterzubilden.

wir suchen

  • einen Architekten, eine Architektin oder Baufachperson mit vergleichbarem Hintergrund als Fachspezialist/-in für hindernisfreie Architektur 50 – 80 % ab Oktober 2018
  • eine Fachperson Interessenvertretung 30 – 50% ab Dezember 2018 für die Interessenvertretung bei Bauprojekten und die Sensibilisierung von Planenden und Bauverantwortlichen im Rahmen von Workshops

 

 

Vorabzug Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen»

Die Standards für den hindernisfreien Um- und Neubau von Bushaltestellen werden im neuen Merkblatt 120 festgehalten und erläutert. Der Vorabzug dient zur Vernehmlassung bei Planenden und Bauverantwortlichen.

Sechs Jahre vor Ablauf der Umsetzungsfrist für einen hindernisfreien Zugang zum öffentlichen Verkehr ist der Handlungsbedarf bei Bushaltestellen noch immer sehr gross. Mit dem Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen» trägt die Fachstelle zur Klärung technischer Fragen und Festlegung des Ausbaustandards bei. Neben den Anforderungen an die Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Haltekante, Anfahrgeometrie, Haltekantenhöhe und Manövrierflächen auf Bus-Perrons, werden im Merkblatt auch jene an die Ausstattung der Haltestellen, an Möblierungselemente, Informationsträger, Markierungen und Beleuchtung aufgeführt. .

Das Merkblatt mit Stand März 2018 ist als Vorabzug publiziert und soll nun den Praxistest bestehen. Die definitive Ausgabe ist für Ende 2018 geplant. Rückmeldungen zum Inhalt sowie Verständnisfragen und Anmerkungen nimmt die Fachstelle gerne entgegen, um mit Ihrer Hilfe die Publikation praxistauglich zu vervollständigen.

SIA D 0254 «Hindernisfreie Sportanlagen – Empfehlung zur Anwendung der Norm SIA 500»

Die Dokumentation präzisiert die Anforderungen der Norm SIA 500 für die Projektierung und Ausführung von Sporthallen und Bäder.

Als Empfehlung zeigt die neue Dokumentation der SIA auf, wie die gesetzlichen Vorgaben zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung im Detail umgesetzt werden können. Die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» ist auf Sportanlagen anwendbar, legt jedoch nicht fest, wie die erforderliche Differenzierung nach Anlagetyp und Grösse der unterschiedlichen Sportanlagen vorzunehmen ist.
Die Dokumentation D 0254 trägt den sportartspezifischen Gegebenheiten, den unterschiedlichen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung wie auch der Grösse der Anlage Rechnung. Sie legt dar, wie spezifische Einrichtungen bei Sportanlagen zu konzipieren sind, damit sie eine ausreichende Verfügbarkeit für alle gewährleisten. Bemerkenswert ist dabei, dass dies in der Regel platzsparender möglich ist, als bei einer undifferenzierten Anwendung der Norm SIA 500.

Die Dokumentation wurde auf Anregung und mit Hilfe der IG Sport und Handicap (PluSport, Procap Sport, Rollstuhlsport Schweiz SPV) erarbeitet und ist 2018 erschienen.
Für Bauherrschaft und Planer empfiehlt es sich, im Vorfeld der Projektierung zusammen mit den zuständigen Behörden festzuhalten, welchen Stellenwert die Empfehlungen dieser Dokumentation haben.

Die Dokumentation kann gegen eine Gebühr beim SIA «Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein» bezogen werden.

Beitragsfoto: Team Urs Sigg

Neuer BAV-Leitfaden «taktil-visuelle Markierung von Bahnperrons»

Der Leitfaden ersetzt seit dem 10. November 2017 den Anhang 2 zur AB-EBV und schliesst die Lücken bei der Führung sehbehinderter Reisender im Bahnhof.

Gemäss der Regelung in den Ausführungsbestimmungen zur Eisenbahnverordnung AB-EBV, Anhang 2 zur AB 34, durften seit der Revision 2012 auf Bahnperrons keine Leitlinien für Sehbehinderte markiert werden. Zudem war die Breite der Abgangsmarkierungen auf den Perrons eingeschränkt, was zu Lücken in der Führung führte. Im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens für die Markierungen des Bahnhofs Löwenstrasse hat die Fachstelle im Oktober 2015, zusammen mit den Sehbehindertenorganisationen, diese für sehbehinderte Personen sicherheitsrelevanten Markierungen mit einer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht eingefordert.

Anlässlich der Begehung am 3. März 2016 hat der Direktor des BAV, Herr Dr. P. Füglistaler, die Korrektur der Regelung in der AB-EBV in Aussicht gestellt. Eine Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern von Hindernisfreie Architektur, der Schweizerischen Fachkommission für sehbehinderten- und blindengerechtes Bauen sowie von Inclusion Handicap konnte seitdem, zusammen mit den verantwortlichen des BAV die Grundlagen und Vorgaben für die Markierung von Perronanlagen entwickelt. Die Regelungen des am 10. November 2017 publizierten Leitfadens für die taktil-visuelle Markierung von Bahnperrons werden bei der nächsten Revision in die AB-EBV überführt (voraussichtlich im Jahr 2020). Bis dahin gilt der Leitfaden als Regelwerk und Vorgabe für die Plangenehmigung.

Wir heissen neu: «Hindernisfreie Architektur – Die Schweizer Fachstelle»

Behindertengerechtes Bauen kommt der ganzen Gesellschaft zugute. Ab Mai 2017 zeigen wir dies auch in unserem Namen.

Das Gestaltungsprinzip «Design for All» zielt darauf ab, Bauwerke und Produkte von Anfang an für möglichst viele Menschen zugänglich und nutzbar zu machen. Von dieser Zielsetzung profitiert letztlich die ganze Bevölkerung. Zwei Beispiele: Rollstuhlgängige Trams haben auch Eltern mit Kinderwagen mobiler gemacht, und in unserer rasch alternden Gesellschaft profitieren immer mehr Menschen von visuellen Hilfsmitteln für Blinde und Sehbehinderte an Ticketautomaten.

Sie werden auch in Zukunft kostenlos auf unsere vielfältigen Planungshilfen für behindertengerechtes Bauen zurückgreifen können. Unser neuer Name «Hindernisfreie Architektur – Die Schweizer Fachstelle» macht unsere Vision noch etwas deutlicher: Wir wollen gutes Design für alle!

Logo dreisprachig

Unsere neue Webseite: www.hindernisfreie-architektur.ch

Hier finden Sie detaillierte Informationen zu den vielfältigen Anforderungen und Vorgaben im Bereich Hindernisfreies Bauen.

Als Gönnermitglied können Sie sich Ihren eigenen, individualisierten Online-Sammelordner mit Dokumenten Ihrer Wahl erstellen. Dieser ist stets auf dem aktuellen Stand.

Die Online-Datenbank und die Publikationen der Fachstelle werden fortlaufend ergänzt. Wichtige Planungshilfen sind auch weiterhin in gedruckter Form erhältlich.

www.constructionsansobstacles.ch
Seit dem 10. November 2017 steht die neue Webseite auch auf Französisch zur Verfügung.

Eine Bitte: Unser neuer Webauftritt ist noch im Aufbau und wird nun fortlaufend ergänzt. Wir sind froh um Rückmeldungen und Hinweise, wenn etwas nicht funktionieren sollte oder unklar ist.

Fachtagung «Visuelle Kontraste» am 18. Mai 2017 an der ETH Zürich

Der gezielte Einsatz von Kontrasten, Beleuchtung und Farbe erleichtert die Orientierung und erhöht die Sicherheit.

Am 18. Mai 2017 hat die Schweizer Fachstelle für hindernisfreie Architektur ihre neuen Richtlinien «Planung und Bestimmung visueller Kontraste» publiziert. Sie schliesst damit eine wichtige Lücke bei den Planungsgrundlagen für eine hindernisfreie Architektur.

Dass die visuelle Gestaltung der baulichen Umwelt nicht nur Menschen mit beschränkter Sehkraft sondern der ganzen Gesellschaft zugute kommt, zeigte unsere Fachtagung an der ETH Zürich exemplarisch.

Unter dem Patronat des ETH-Vizepräsidenten, Prof. Dr. U. Weidmann, präsentierten sechs Expertinnen und Experten die neuesten Forschungserkenntnisse zum Thema visuelle Kontraste, Kontrastmessung, Licht- und Farbgestaltung:

Visual Design for All: Nico Hauck, Spezialisierter Augenoptiker in Bereich Low Vision Rehabilitation und Lichttechniker aus Wien / Fritz Buser, Dipl. Augenoptiker SBAO und Lichtdesigner Schweizer Licht Gesellschaft, Olten
Fritz Buser und Nico Hauck präsentierten die Grundlagen des Kontrastsehens und die Ergebnisse aus den Forschungsprojekten „Visual Design for All“ und „Barrierefreies Licht für Alle“

Kontrastbestimmung:
Mario Rechsteiner, Lichttechniker, Dozent, Vize-Präsident Schweizer Licht Gesellschaft, St. Gallen
Mario Rechsteiner demonstrierte an einem Versuchsaufbau und an praktischen Beispielen die Grenzen und Möglichkeiten der Kontrastmessung mit unterschiedlichen Geräten.

Wahrnehmungsprozesse und Farbgestaltung:
Dr. Ing. Christian Hanke, Bauhaus Universität, Weimar
Christian Hanke führte ein in die Wahrnehmungsprozesse und die Wirkung von Farbgestaltung im Kontext des Städtebaus unterschiedlicher Zeitepochen.

Planungsspielräume im Rahmen der Vorgaben:
Eva Schmidt, dipl. Arch. ETH, Lichttechnikerin, Zürich
Eva Schmidt erläuterte die neuen Richtlinien zur Planung und Bestimmung visueller Kontraste mit dem Fokus auf diejenigen Faktoren, die mit der Gestaltung beeinflusst werden können.

Hindernisfreie Architektur – Die Schweizer Fachstelle
Joe A. Manser, Geschäftsführer, Architekt, Zürich
Joe Manser erläuterte die Hintergründe für den Namenswechsel der Schweizer Fachstelle und führte in die neu aufgeschaltete Webseite der Fachstelle ein.

VSS Tagungen zum «Hindernisfreien Verkehrsraum»

Die VSS-Tagungen «Hindernisfreier Verkehrsraum» vom 08. November 2016 in Zürich und vom 17. Januar 2017 sind auf grosses Interesse gestossen.

Gemeinsam mit dem VSS hat die Schweizer Fachstelle zwei Tagungen zur Einführung der VSS Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» durchgeführt, die eine in Zürich am 8. November 2016, die andere in Martigny am 17. Januar 2017

Behördenvertreter, Verkehrsfachleute aus den Bereichen Planung, Porjektierung, Ausführung und Unterhalt und weitere interessierte Fachpersonen waren eingeladen, anlässlich dieser Tagung die Norm besser kennen zu lernen und ihre Anwendung in Workshops an konkreten Projekten zu diskutieren.

Auf viel Interesse gestossen sind die Sensibilisierungsübungen, welche von Betroffenen durchgeführt und begleitet wurden. Die Planenden hatten die Möglichkeit persönliche Erfahrungen mit Rollstuhl, mit Dunkelbrille und weissem Stock sowie mit einem Altersanzug zu machen.

Geplant ist im Herbst 2017 eine weitere Tagung im Tessin zur Einführung der Norm, welche in diesem Jahr ergänzend auf Italienisch publiziert wird.

 

Info 59: Chancengleichheit in der Architektur – auch bei Bildungsbauten

Darf Architektur aus gestalterischen Gründen einen Teil der Nutzerinnen und Nutzer benachteiligen oder gar ausgrenzen?

Diese Frage drängt sich exemplarisch beim neuen Zürcher Hochschulcampus Toni-Areal mit seinen 1’500 Räumen auf. Mehr dazu im Leitartikel und in der Kolumne.

Neue Technologien bei Liftanlagen stellen Menschen mit Behinderungen vor neue Herausforderungen. Was sind Zielwahlsteuerungen und was gilt es zu bachten, damit diese für Menschen mit Behinderung nutzbar sind.

Mit der VSS-Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» wurden einige Neuerungen bei Fussgängerübergängen, Haltestellen, Belägen, Möblierungen und Kontrasten eingeführt, welche die Sicherheit und den Komfort für ältere und gehbehinderte Personen erhöhen. Die Massnahmen basieren unter anderem auf einer Studie mit Rollatornutzerinnen.