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Alle Hotels, Pensionen und Herbergen die Gästeunterkünfte öffentlich anbieten, müssen auch Gäste mit Behinderungen beherbergen können

Nach Norm SIA 500 gelten Hotels, Pensionen, Herbergen, und Tagungsstätten sowie sinngemäss auch Studentenwohnheime, Notunterkünfte oder Strafvollzugsanstalten, als Betriebe die Unterkünfte anbieten (Anh. A.7.1). Einrichtungen mit solchen Angeboten und Nutzungszwecken gehören zu den öffentlich zugängliche Bauten, welche dem Publikum offenstehen. Für die allgemeine horizontale Erschliessung, vertikale Erschliessung, Orientierung, Beleuchtung, RaumakustikBeschallungsanlagen, Beschrif­tungen und Bedienelemente müssen generell die Anforderung gemäss den Kapiteln 3 – 8 erfüllt werden.

Ergänzend dazu müssen Hotels und Bauten mit Unterkünften die folgenden Anforderungen nach Anhang A. 7 erfüllen:

Empfangsbereich

Gästezimmer

  • Betriebe die Unterkünfte anbieten müssen mind. 3% als Gästezimmer -Typ l (Ziff. 7.9.1, geeignet für Gäste im Rollstuhl) anbieten
  • sowie mind. 20% jedoch vorzugsweise alle Zimmer, als Gästezimmer -Typ ll (Ziff. 7.9.2, geeignet für Gäste mit Gebehinderungen), vorzugsweise alle Zimmer (A.7.3).

Die Norm SIA 500 unterscheidet zwei Anforderungsqualitäten von hindernisfreien Gästezimmer; Gästezimmer -Typ l (rollstuhlgerecht) und Gästezimmer -Typ ll (geeignet für Menschen mit Gebehinderung). Während der Typ I eine umfassende Rollstuhlgerechtigkeit gewährleistet, ermöglicht der Typ II wenigstens eine Nutzung für Gäste die weniger stark in ihrer Mobilität eingeschränkt aber auf Hilfsmittel wie ein Rollator oder Gehstöcke angewiesen sind sowie diejenigen, welche aus einem Rollstuhl noch aufstehen können. Dadurch kann ein bedarfsgerechtes, breiteres und flexibleres Angebot geschaffen werden ohne, dass die Anzahl der Typ I Gästezimmer erhöht werden muss. Die detaillierten Anforderungen in den Beiträgen zum Gästezimmer Typ I und zum Gästezimmer Typ II.

Mehrbetträume und Schlafsäle

  • In Beherbergungsbetrieben mit Mehrbetträumen und Schlafsälen müssen für 4% aller Schlafplätze, mindestens jedoch 2 Schlafplätze, ein stufenfreier Zugang und genügende Zugangsbreiten bzw. Bewegungsflächen im Zimmer gewährleistet werden (Anh. A.7, Ziff. 7.9.2.1):
    • mindestens 0,80 m Breite bei Türen und Durchgängen
    • mindestens 1,20 m Breite der Eingangsbereiche und Korridore und an einer Längsseite des Bettes
  • Auf demselben Geschoss muss mindestens 1 WC und 1 Dusche rollstuhlgerecht gemäss Anhang E verfügbar sein. Vorzugsweise als kombinierter WC-Duschen-Raum gemäss Anhang E.3 oder anhand den Empfehlungen der Fachstelle gemäss Merkblatt 011 Duschräume mit WC.

Campingplätze (Anh. 7.5)

  • Für min. 25% der Stellplätze muss die Erschliessung entsprechend den Anforderungen von Kapitel 3 gewährleistet und als Bodenbelag Rasen, Wiese oder ein fester Naturbelag aufweisen.
  • Die dem Stellplatz zugehörigen Installationen und Einrichtungen müssen die Bedienbarkeit gemäss Ziff. 6.1. gewährleisten.
  • Die den Stellplätzen zugeordneten WC- und Duschanlagen müssen mindestens 1 WC und 1 Dusche gemäss Anhang E.3 aufweisen, dies vorzugsweise als kombinierter WC-Duschen-Raum.

Anpassungen und Renovation

Die Vorgaben gelten grundsätzlich auch für die Anpassung und Renovation bestehender Bauten. Wo bestehende Gegebenheiten die Erfüllung der Regelvorgabe verhindern oder einen unverhältnismässigen Aufwand erfordern, zeigt die Norm für einzelne Anforderungen bedingt zulässige Abweichungen auf. Es muss jedoch für den konkreten Einzelfall begründet nachgewiesen werden, dass bestehende Gegebenheiten die Erfüllung der Regelvorgabe verunmöglichen (Ziff. 1.2).

Ergänzende Empfehlungen zur Norm SIA 500 mit praxisgerechten Lösungsvorschlägen enthält auch die Richtlinie  „Hotel, Restaurant, Ferienwohnungen“ und das Merkblatt 011 Duschräume mit WC der Schweizer Fachstelle.

 

Stand 18.07.2017

Öffentlich zugängliche Bauten: Hotel / Unterkünfte Bauten mit Wohnungen: Studentenunterkünfte