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Aktuell

Licht in Alters-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen

Erfahren Sie welche Anforderungen zu beachten sind, wenn Innenräume für Menschen mit Seheinschränkungen konzipiert werden, und welche Erkenntnisse aus Forschung und Praxis diesen zu Grunde liegen.


Licht beeinflusst das Wohlbefinden. Wer aufgrund des Alters oder einer Sehbehinderung nicht optimal sieht, reagiert besonders empfindsam auf ungeeignete Beleuchtungssituationen. Für Alters-, Wohn und Pflegeeinrichtung gelten daher erhöhte Anforderungen an die Qualität der Beleuchtung.

Die Anforderungen sind in den Richtlinien SLG 104 «Alters- und sehbehindertengerechte Beleuchtung» geregelt. Welche Erkenntnisse aus Forschung und Praxis diesen zu Grunde liegen wird in der neuen Broschüre «Licht in Alters-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen» anschaulich dargelegt und erläutert.

Titelbild Richtlinien Licht in Alters-, Wohn- und Pflegeeinrichtunge

    40 Jahre Architektur für alle – jetzt im bulletin 65

    Anlässlich unseres Jubiläums werfen wir nicht nur einen Blick zurück in die Anfänge Hindernisfreier Architektur, sondern liefern erste Denkanstösse für die Zukunft: BIM – Chance oder Risiko für eine hindernisfreie Architektur?


    Es gibt den standardisierten Menschen genauso wenig wie die standardisierte Behinderung. Die körperlichen Fähigkeiten und die Sinneswahrnehmungen von Menschen sind vielfältig. Wer entscheidet, für welchen Typ Mensch geplant und welcher vernachlässigt wird? Mit der Entwicklung neuer Planungs­tools wird diese Frage – wie in diesem Heft zu lesen – erneut zur Diskussion gestellt. Als die Gründer der Schweizer Fachstelle 1981 ihre Arbeit aufnahmen, war ihre Absicht, den Mangel an Standards für das behindertengerechte Bauen zu beheben. Akribisch erforschten sie nutzerspezifische Abhängigkeiten und führten ergonomische Feldstudien durch.

    Die Resultate dieser Arbeit sind heute zu einem grossen Teil schweizweit geltender Standard. Darauf sind wir stolz! Zu oft wird das hindernisfreie Bauen aber nach wie vor als lästige Pflicht gesehen. Heute erwarten wir deshalb von Architekturschaffenden, dass sie konzeptionelle und gestalterische Ideen mit praktischen Werten unter einen Hut bringen und Bauten erstellen, die für alle Menschen nutzbar sind. Dieses Denken wünschen wir uns für die nächsten 40 Jahre – es sollte zur eigentlichen Kür werden!

    Wir sind umgezogen!

    Seit dem 1. April 2021 finden Sie uns im Zollhaus – beim HB Zürich.

    Hindernisfreie Architektur –
    Die Schweizer Fachstelle
    Zollstrasse 115, 8005 Zürich

    Telefon wie bisher:
    +41 (0)44 299 97 97
    www.hindernisfreie-architektur.ch

    Endlich zeitgemässe hindernisfreie Räume! Mit Taten statt mit Worten zeigen wir mit dem Umzug 2021 in den Neubau der Genossenschaft Kalkbreite, dass die hindernisfreie Architektur sichtbare Fortschritte macht. Indem wir unserer Mietfläche reduzieren und gleichzeitig von den gemeinschaftlichen Räumen der Genossenschaft profitieren, leisten wir nicht nur einen Beitrag zum nachhaltigeren Flächenverbrauch, sondern spielen auch wichtige zusätzliche Ressourcen für unsere tägliche Grundlagenarbeit frei – für eine hindernisfreie Umwelt von morgen.

     

      Neues akustisches Signal am Fussgängerübergang

      Mit einer neuen VSS Norm werden ergänzend zu den taktilen Signalen an Fussgängerübergängen auch die akustischen Signale geregelt. Neu eingeführt wurde ein akustisches Übergangssignal.



      An der Erarbeitung der neuen VSS-Norm 40 836-1 «taktile und akustische Zusatzeinrichtungen» haben die Schweizer Fachstelle und ihre Fachkommission für sehbehinderten- und blindengerechtes Bauen intensiv mitgewirkt. Ein kleines Forschungsprojekt wurde durchgeführt, um die Führungsfunktion akustischer Signale zu untersuchen, und Erkenntnisse für die Lautstärkeneinstellung zu gewinnen. An zwei Kreuzungen in Bern haben sehbehinderte Personen begleitet von Technikern mit Messinstrumenten die Übergänge begangen. Nach jeder Querung wurden sie zur Erkennbarkeit und Führungsqualität der akustischen Signale befragt. Die Resultate der Befragung wurden anschliessend mit den Messprotokollen und einer simultan erfassten Tonaufnahme abgeglichen und ausgewertet.

      Die Norm wurde in Zusammenarbeit mit zwei erfahrenen Ingenieuren und Lichtsignal-Spezialisten des VSS, Nicklaus Bischofberger und Georg Meng erarbeitet. Sie definiert nicht nur die Ausgestaltung und Anwendung der taktilen Signale sondern neu auch von akustischen Signalen. Bisher wurden akustische Signale in der Schweiz nach einer DIN-Norm ausgeführt. Die neue Norm regelt auch differenziert die Einsatzkriterien für akustische Signale und deren Einstellung.

      Neu eingeführt wird mit dieser Norm das akustisches Übergangssignal, welches Menschen mit Sehbehinderung das Ende der Grünzeit anzeigt und so lange ertönt, bis das orange Licht erlischt, und die Ampel für die Fussgänger auf Rot schaltet. Bisher hatten akustische Signale nach Ablauf der Grünphase direkt das Signal der Rotphase ausgegeben, was für Personen mit Sehbehinderung zu viel Stress führte. Neu werden die taktilen und die akustischen Zusatzsignale immer parallel zu den optischen Fussgänger-Lichtsignalen angezeigt, so dass Menschen mit Sehbehinderung über dieselben Informationen verfügen wie sehende Passanten.

        Geschäftsbericht aktuell

        Die Saat unserer Fachstelle geht allmählich auf: Was einst unvorstellbar war und grosse Kontroversen auslöste, stösst heute in der Tat häufiger auf Unterstützung!




        Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, werfen Sie einen Blick in unseren aktuellen Geschäftsbericht 2019.

          Hohe Haltekanten an Bushaltestellen

          Nach welchen Kriterien beurteilt Hindernisfreie Architektur, ob bei einem Projekt die rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden, um die Umsetzung hoher Haltekanten einzufordern? Die Schweizer Fachstelle nimmt Stellung.

          Hindernisfreie Architektur stellt fest, dass bei der Umsetzung hoher Haltekanten an Bushaltestellen, insbesondere bei wichtigen Bus-Hubs, öfters Projekte im Bewilligungsverfahren aufgelegt werden, welche den autonomen Zugang nicht oder nur teilweise erfüllen. Der autonome Einstieg über hohe Haltekanten erfährt in der Interessensabwägung im Bauprozess nicht immer den erforderlichen Stellenwert. Die grosse Anzahl an Projekten, die zurzeit in Planung sind, erfordert grundsätzliche strategische Überlegungen bei welchen Projekten die Schweizer Fachstelle den Rechtsweg beschreiten soll, um die nachhaltige Umsetzung des BehiG zu unterstützen.

          Neues Merkblatt «Hebesysteme»

          Hebesysteme kommen in bestimmten Situationen für Höhenüberwindung mit einem Rollstuhl zum Einsatz, wenn z.B. der Einbau eines Lifts nicht möglich ist. Das Merkblatt Nr. 27 zeigt auf, welche Systeme sich für welche Anwendungen eignen und legt ein Händlerverzeichnis vor.

          Kann die Erschliessung der Bühne in einem Veranstaltungssaal z.B. nicht stufenlos erfolgen, ist der Einsatz einer Hebebühne eine geeignete Massnahme. Im privaten Eigenheim sind Treppenlifte eine Lösung für Menschen mit Gehbehinderung, um nach einem Umfall oder aufgrund altersbedingter Einschränkungen in ihrer eigenen Wohnung bleiben zu können.

          Nicht jede Hebeeinrichtung ist hingegen für jede Anwendung geeignet. Das neu erstellte Merkblatt 027 beschreibt die verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Systeme, ihre Eignung für unterschiedliche Situationen und legt ein Händlerverzeichnis vor.

          «Leitliniensystem Schweiz» aktualisiert

          So selten wie möglich - doch dort wo notwendig - führen Leitlinien Menschen mit Sehbehinderung in komplexen Situationen, wie zum Beispiel im Bahnhof Bern. Das revidierte Merkblatt 114 zeigt wie es geht.

          Das überarbeiteten Merkblatt 114 «Leitliniensystem Schweiz» unterstützt Planende und Spezialsten bei der Konzeption von Leitliniensystemen. Die bisherigen Erfahrungen mit der Ausführung von taktik-visuellen Markierungen aus der Beratungstätigkeit der Schweizer Fachstelle wurden bei der Überarbeitung ebenso berücksichtigt, wie die Erfahrungen Betroffener mit bestehenden Leitlinien.

          Die Schweizer Fachkommission für sehbehinderten- und blindungerechtes Bauen hat die Revision eng begleitet mit dem Ziel, einheitliche und einfach verständliche Standards festzulegen, die in der ganzen Schweiz umgesetzt werden können.

          Das Merkblatt 114 ist unter Normen und Publikationen zu finden.

           

          Hindernisfreie Bushaltestellen – Planungshilfe und Umsetzung

          Haltekanten von 0.22 m Höhe sind in fast allen Kantonen als Standard für autonom nutzbare Bushaltestellen anerkannt. Das neue Merkblatt 120 hilft bei der Planung und Realisierung der Anlagen und Ausstattung.

          Gemäss BehiG müssen Bushaltestellen bis Ende 2023 so angepasst werden, dass sie für Menschen mit Behinderung selbstständig und spontan nutzbar sind. Die Anforderungen dazu werden im Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen» detailliert dargelegt.

          • Für Personen mit Geh- und Fahrhilfen sind Vorkehrungen bei der Anordnung der Haltestellen im Strassenraum erforderlich, damit Haltekantenhöhen von 0.22 m für den autonomen Einstieg realisiert werden können. Die Ausbildung des Ransteins zur Spurführung ermöglicht eine zielgenaue Anfahrt der Fahrzeuge. Weitere Anforderungen stellen sich an die für den Einstieg erforderlichen Manövrierflächen sowie an den hindernisfreier Zugang zur Haltestelle.
          • Für Menschen mit Sinneseinschränkungen sind eine kontrastreiche Gestaltung und standardisierte Positionierung der Informationsträger sowie taktil und visuell erkennbare Orientierungshilfen ausschlaggebend. Die im Merkblatt aufgeführten Vorgaben an die Ausstattung und Beleuchtung ermöglichen die Nutzung der Haltestellen auch für Personen mit eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeiten. 

          Eine Umfrage unter den regionale Fachstellen für hindernisfreies Bauen zeigt, dass in den meisten Kantonen der Standard für hohe Haltekanten gemäss der Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» anerkannt ist. Einzig in drei Kantonen wurden bisher noch keine Haltestellen mit hohen Haltekanten realisiert.