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Hindernisfreie Bushaltestellen – Planungshilfe und Umsetzung

Haltekanten von 0.22 m Höhe sind in fast allen Kantonen als Standard für autonom nutzbare Bushaltestellen anerkannt. Das neue Merkblatt 120 hilft bei der Planung und Realisierung der Anlagen und Ausstattung.

Gemäss BehiG müssen Bushaltestellen bis Ende 2023 so angepasst werden, dass sie für Menschen mit Behinderung selbstständig und spontan nutzbar sind. Die Anforderungen dazu werden im Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen» detailliert dargelegt.

  • Für Personen mit Geh- und Fahrhilfen sind Vorkehrungen bei der Anordnung der Haltestellen im Strassenraum erforderlich, damit Haltekantenhöhen von 0.22 m für den autonomen Einstieg realisiert werden können. Die Ausbildung des Ransteins zur Spurführung ermöglicht eine zielgenaue Anfahrt der Fahrzeuge. Weitere Anforderungen stellen sich an die für den Einstieg erforderlichen Manövrierflächen sowie an den hindernisfreier Zugang zur Haltestelle.
  • Für Menschen mit Sinneseinschränkungen sind eine kontrastreiche Gestaltung und standardisierte Positionierung der Informationsträger sowie taktil und visuell erkennbare Orientierungshilfen ausschlaggebend. Die im Merkblatt aufgeführten Vorgaben an die Ausstattung und Beleuchtung ermöglichen die Nutzung der Haltestellen auch für Personen mit eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeiten. 

Eine Umfrage unter den regionale Fachstellen für hindernisfreies Bauen zeigt, dass in den meisten Kantonen der Standard für hohe Haltekanten gemäss der Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» anerkannt ist. Einzig in drei Kantonen wurden bisher noch keine Haltestellen mit hohen Haltekanten realisiert.

Velowege auf Trottoirs sind unzulässig

Ein Rechtsgutachten der Stadt Zürich zeigt auf, dass die Praxis der Markierung von gemeinsamen Rad- und Fusswegen auf dem Trottoir nicht zulässig ist.

Gemeinsame Verkehrsflächen für den Fuss- und Veloverkehr gefährden nicht nur Kinder, die sich wegen möglicher Konflikte nicht frei Bewegen können, sondern in besonderem Masse auch ältere Menschen und Menschen mit Behinderung, die in ihrer Reaktion und Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind oder aufgrund einer Sinnesbehinderung andere Verkehrsteilnehmende nicht wahrnehmen. Die Praxis in einigen Städten und Kantonen aus Gründen mangelnder Veloinfrastrukturanlagen die Trottoirs für den Veloverkehr frei zu geben ist vor diesem Hintergrund mit grossem Konfliktpotential behaftet.

Ein Rechtsgutachten, welches die Stadt Zürich in Auftrag gegeben hat zeigt nun auf, dass die Praxis in vielen Fällen auch rechtswidrig ist: Die Signalisation von «Rad- und Fusswegen mit getrennten Verkehrsflächen» und von «gemeinsamen Rad- und Fusswegen» ist auf dem Trottoir nicht zulässig. Die Signalisation «Fussweg» mit der Zusatztafel «Velo gestattet» darf gemäss den Gutachtern Prof. Dr. iur. Alain Griffel und Dr. iur. Mathias Kaufmann nur in Ausnahmefällen und vor allem zur Schulwegsicherung, angebracht werden. Die Ausnahme ist zulässig sofern das Trottoir schwach begangen ist und entlang einer relativ stark frequentierten Fahrbahn verläuft und nur dort, wo Radwege oder Radstreifen fehlen. Mit dieser Signalisation darf das Trottoir auch mit Velos, «langsamen» E-Bikes und «schwachen» Mofas befahren werden.

Medienmitteilung und Gutachten zum Download: https://www.stadt-zuerich.ch/pd/de/index/das_departement/medien/medienmitteilung/2018/september/180913a.html

Weitere Informationen zur Abgrenzung zwischen Fuss- und Veloverkehr: Abgrenzung zwischen Fuss- und Veloverkehr

Signal Rad- und Fussweg und sehbehinderte Preson mit dem weissen Stock auf dem Trottoir

    Vorabzug Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen»

    Die Standards für den hindernisfreien Um- und Neubau von Bushaltestellen werden im neuen Merkblatt 120 festgehalten und erläutert. Der Vorabzug dient zur Vernehmlassung bei Planenden und Bauverantwortlichen.

    Sechs Jahre vor Ablauf der Umsetzungsfrist für einen hindernisfreien Zugang zum öffentlichen Verkehr ist der Handlungsbedarf bei Bushaltestellen noch immer sehr gross. Mit dem Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen» trägt die Fachstelle zur Klärung technischer Fragen und Festlegung des Ausbaustandards bei. Neben den Anforderungen an die Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Haltekante, Anfahrgeometrie, Haltekantenhöhe und Manövrierflächen auf Bus-Perrons, werden im Merkblatt auch jene an die Ausstattung der Haltestellen, an Möblierungselemente, Informationsträger, Markierungen und Beleuchtung aufgeführt. .

    Das Merkblatt mit Stand März 2018 ist als Vorabzug publiziert und soll nun den Praxistest bestehen. Die definitive Ausgabe ist für Ende 2018 geplant. Rückmeldungen zum Inhalt sowie Verständnisfragen und Anmerkungen nimmt die Fachstelle gerne entgegen, um mit Ihrer Hilfe die Publikation praxistauglich zu vervollständigen.

    Weiterbildung «Hindernisfreie Architektur im Bewilligungsverfahren»

    Die eintägige Weiterbildung richtet sich an Baubehörden und weitere Personen, die mit dem Vollzug der baugesetzlichen Bestimmungen für das hindernisfreie Bauen beauftragt sind.

    Nächste Kursdaten:
    Freitag, 29. Oktober 2021, 09.15-17.00 Uhr 

    Kurskosten:
    Nicht-Mitglieder CHF 350.–
    Für Gönner der Fachstelle CHF 200.–

    Durchführungsort:
    Zürich, Altersheim Limmat, Limmatstrasse 186, 8005 Zürich

    Wir empfehlen eine frühzeitige Anmeldung

    Hindernisfreie Bushaltestellen – Planungshilfe und Umsetzung

    Gemäss BehiG müssen Bushaltestellen bis Ende 2023 so angepasst werden, dass sie für Menschen mit Behinderung selbstständig und spontan nutzbar sind. Die Anforderungen dazu werden im Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen» detailliert dargelegt. Für Personen mit Geh- und Fahrhilfen sind Vorkehrungen bei

    Velowege auf Trottoirs sind unzulässig

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    Vorabzug Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen»

    Sechs Jahre vor Ablauf der Umsetzungsfrist für einen hindernisfreien Zugang zum öffentlichen Verkehr ist der Handlungsbedarf bei Bushaltestellen noch immer sehr gross. Mit dem Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen» trägt die Fachstelle zur Klärung technischer Fragen und Festlegung des Ausbaustandards bei. Neben

    Weiterbildung «Hindernisfreie Architektur im Bewilligungsverfahren»

    Nächste Kursdaten: Freitag, 29. Oktober 2021, 09.15-17.00 Uhr  Kurskosten: Nicht-Mitglieder CHF 350.– Für Gönner der Fachstelle CHF 200.– Durchführungsort: Zürich, Altersheim Limmat, Limmatstrasse 186, 8005 Zürich Wir empfehlen eine frühzeitige Anmeldung

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