In Gebäuden, die in hauptsächlich von älteren, pflegebedürftigen oder behinderten Menschen genutzt werden, unterliegen Bodenbeläge strengen Kriterien. Diese sind im Vorfeld mit dem Bauherrn und dem Pflegepersonal abzustimmen.
Durch eine geeignete Gestaltung können sich alle Personen, unabhängig von ihrer Lebenssituation, sicher auf Bodenbeläge bewegen. Auch der psychologische Aspekt muss berücksichtigt werden. Verhaltensmuster können aktiv zur Unterstützung der Architektur genutzt werden. Denn Materialien, Oberflächen sowie Helligkeits- und Farbkontraste können sich auf verschiedene Weise auf die Nutzenden auswirken.
Die die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» kann die spezifischen Anforderungen von Gebäuden mit erhöhten Anforderungen jedoch nicht abschließend abdecken. Sie weist darauf hin, dass die weitergehenden, nutzungsabhängigen Anforderungen vorrangig zu beachten und zu erfüllen sind (Ziff. 0.1.15). Die Norm kann allenfalls als Orientierungshilfe dienen.
Auf Grundlage von Erfahrungswerten und praktischen Erprobungen legt die Norm SIA 500 drei Kriterien zur Festlegung der Eignung von Bodenbelägen im Neuzustand fest (Ziff. 3.2.6). Im Anhang N, Tabelle 2, ist eine detaillierte Materialienliste aufgeführt, inklusive der Beurteilung ihrer Eigenschaften.
Die Böden und Bodenbeläge müssen dazu die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die baulichen Elemente sowie die Farbgestaltung der Bodenbeläge sind so zu bestimmen, dass sich Personen gut orientieren und sicher bewegen können. Zudem ist eine klare räumliche Zonierung zu planen. Viele Menschen, insbesondere solche aus dem Autismus-Spektrum, richten zur Orientierung instinktiv den Blick zum Boden, da dieser als statische und verlässliche Referenzebene Sicherheit bietet. Richtungsangaben sollten daher bevorzugt am Boden angebracht werden.
Die Raumwahrnehmung kann durch unterschiedliche Bodenoberflächen entweder gefördert oder eingeschränkt werden.
Hinweis
Die bewusste Verwendung unterschiedlicher Bodenbeläge zur Orientierungshilfe für die Bewohnenden sollte sehr sensibel erfolgen. Zu starke Kontraste und zu häufige Richtungswechsel können die Gehstabilität beeinträchtigen, indem sie den Bewohner ablenken oder behindern.
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