Welche Spielelemente eignen sich für alle? Wie konzipiert und gestaltet man vielfältig nutzbare Spielelemente? Welche Infrastruktur braucht der Spielplatz?
Die Auswahl von flexibel nutzbaren Spielelementen macht den Spielplatz für eine breite Nutzergruppe attraktiv, da sie einer Vielzahl von Bedürfnissen und Fähigkeiten gerecht werden können. In Kombination mit hindernisfreien Infrastrukturen wie Toilettenanlagen, Wasserspendern und Feuerstellen machen sie die Nutzung des Spielplatzes für alle zum Vergnügen. Nachfolgend sind häufig vorkommende Spielelemente aufgeführt und anhand von Beispielen, sowie spielgerätespezifischen Anforderungen und Hinweisen zur Gestaltung sowie zum Zugang und Fallschutz erläutert.
Netz- oder Korbschaukeln sind zu bevorzugen, da sie von allen Kindern unabhängig von Alter, Grösse oder Fähigkeiten genutzt werden können. Mittels Rückenlehne bei Wippgeräten oder Schalensitz bei Schaukeln kann die Nutzergruppe des Spielelements mit wenig Aufwand erweitert werden. Im Allgemeinen sind folgende Punkte für die hindernisfreie Gestaltung von Schaukel- und Wippgeräten zu beachten:

Eine ins Gelände integrierte Hangrutsche kann, im Gegensatz zu einer freistehenden Rutsche, über einen Transferpoint rollstuhlgerecht erschlossen werden. Eine solche Rutsche soll über verschiedene Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden erreichbar sein. Folgende Punkte sind bei Hangrutschen zu beachten:

Kletterangebote mit diversen Schwierigkeitsgraden fördern das integrative Spielerlebnis. Kinder mit motorischen Einschränkungen profitieren besonders von Kletterangeboten mit niedrigem Schwierigkeitsgrad und hindernisfreiem Zugang. Geeignet sind zum Beispiel Podeste oder Netze:

Die Elemente Sand und Wasser bieten Kindern eine reichhaltige Sinneserfahrung. Kombiniert man die beiden, sind dem Bauen und Gestalten kaum Grenzen gesetzt. Damit auch Kinder mit Einschränkungen am kreativen Spiel mit Sand und Wasser teilhaben können sind die folgenden baulichen Anforderungen zu beachten:

Ein Sinnespfad ist ein Weg, der die Sensibilisierung aller Sinne fördert. Besonders für Kinder mit einer Sehbehinderung ist er eine anregende Erfahrung. Folgende Punkte sind zu beachten:

Die beschriebenen integrativen Spielelemente können mit speziellen Spielelementen, ergänzt werden, die für Kinder mit Behinderungen besonders geeignet sind. Beispiele solcher Elemente sind Rollstuhlkarussells, Schalensitzschaukeln oder Rollstuhlschaukeln. Sind die speziellen Spielelemente passend in die Gesamtanlage integriert, werden sie auch von Kindern ohne Einschränkungen gerne genutzt und bieten einen generellen Mehrwert.Â

Durch den gezielten Einsatz von Fallschutzbelägen, regelmässige Inspektionen, sowie systematische Wartung, Pflege und Reinigung können hindernisfreie Spielplätze zu einem sicheren und dauerhaften Spielvergnügen für mehrere Generationen werden.
Der Grundstein für einen sicheren und hindernisfreien Spielplatz wird bereits bei der Planung gelegt. Die wichtigsten Aspekte sind im Detail in der Norm SN EN 1176 für Spielplatzgeräte und Spielplatzböden geregelt. Folgende Punkte sind zusätzlich zu beachten:

Neben Spielgeräten bieten Spielplätze oft weitere Bauten und Installationen für einen komfortablen und abwechslungsreichen Aufenthalt. Diese sind generell hindernisfrei zu gestalten. Für die am häufigsten vorkommenden Elemente sind (sofern vorhanden) folgende Vorgaben zu beachten:
Bedienelemente (Wasserhahn, Wasserpumpe, Spielelemente mit Kurbel oder Knopf, Wandspiele, Klangelemente usw.) zwischen 80 cm und 110 cm Höhe anordnen (bei potenzieller Nutzung durch Kleinkinder ist eine Höhe von 80 cm ideal). Wenn Griffe angebracht werden, müssen diese gut zu greifen sein (keine Knauf- oder Muschelgriffe verwenden). Vor den Bedienelementen sind entsprechende Freiflächen (mindestens 1.40m x 1.40m) vorzusehen und die Bedienelemente müssen 70cm Abstand zu allfälligen Ecksituationen oder vorspringenden Mauern haben.
Informationselemente kontrastreich gestalten (Cm ≥ 0.7 gemäss Ziff. 13.5 Norm SN 640 075) und auf 1.20 m – 1.60 m Höhe anordnen. Es sind Schriften ohne Serifen, halbfett oder fett, in Gross- und Kleinbuchstaben zu verwenden (keine Kursivschriften). Als Faustregel für die Größe gilt: 30 mm Versalhöhe pro 1 m Lesedistanz. Wo sinnvoll Reliefschriften und ertastbare Piktogramme mit visueller Funktion für Personen mit Sehbehinderung einplanen, beispielsweise an Handläufen, Geländern oder Türen.
Informationen für Personen im Rollstuhl, z.B. betreffend rollstuhlgerechten Alternativrouten, Hinweise auf Gefälle oder besondere Schwierigkeiten etc., sind so anzubringen, dass sie mit dem Rollstuhl zugänglich und im Sitzen gut lesbar sind.
Werden Informationspläne eingesetzt, z.B. an Informationstafeln von Parks oder am Spielplatzeingang, sind diese vorzugsweise als Reliefplan zu gestalten, damit sie auch taktil erfassbar sind.
Bei WC-Anlagen ist mindestens ein rollstuhlgängiges WC anzubieten (gemäss Norm SIA 500/7.2.3 Anhang E). Ein Wickeltisch kann in der Toilette eingebaut werden, darf aber in hochgeklapptem (geschlossenem) Zustand nicht in die minimale Grundfläche des WC-Raumes gemäss SIA 500 hineinragen; der Raum ist entsprechend um mindestens 0.15 zu vergrössern. Vorzugsweise ist der Wickeltisch so anzuordnen (vor dem Türdurchgang), dass er vor dem Verlassen des Raumes hochgeklappt werden muss.
Feuerstellen sind so zu gestalten, dass sie von mindestens einer Seite mit dem Rollstuhl erreicht werden können.
Sitzgelegenheiten mit Sitzflächen auf 42cm – 46cm Höhe und mit 45cm – 52cm Tiefe ausführen. Für Menschen mit Einschränkungen ist ein Teil der Sitzgelegenheiten mit Rücken- und Seitenlehnen auszustatten.
Tische mindestens einseitig (auch stirnseitig) für Personen im Rollstuhl unterfahrbar gestalten (Mindestbeinfreiheit 70 cm Höhe, 60 cm Tiefe und 80 cm Breite).
Dank Ihrer Spende können wir unsere Publikationen frei und kostenlos zugänglich machen. Helfen Sie mit, dass es so beibt.
Dank Ihrer Spende können wir unsere Publikationen frei und kostenlos zugänglich machen. Helfen Sie mit, dass es so beibt.
Dank Ihrer Spende können wir unsere Publikationen frei und kostenlos zugänglich machen. Helfen Sie mit, dass es so beibt.