Mit dem einfachen «80 cm-Prinzip» wird die Zugänglichkeit für alle Nutzer sanitärer Räumlichkeiten, ob mit Rollstuhl, Rollator oder anderweitigen Gehbehinderungen, nachhaltig gewährleistet.

Die Schweizer Fachstelle für Hindernisfreie Architektur empfiehlt für den anpassbaren Wohnungsbau seit 1992 in jedem Fall eine Durchgangsbreite von mindestens 0.80 m. Während Ziffer 9.2 der SIA 500 die generelle Durchgangsbreite von Türen, Fenstertüren und offenen Durchgängen auch mit mindestens 0.80 m in Wohnbauten regelt, wird in Ziffer 10.2 der SIA 500 die Zugänglichkeit auf mindestens ein Bad – oder Duschraum mit Toilette beschränkt. Diese Ausnahmeregelung muss als grundsätzlich problematisch eingestuft werden, da sie nicht nur den Anspruch an die Nutzervielfalt verletzt, sondern im Fall einer zwar stufenlos erschlossenen Geschosswohnung die Nutzung an sich in Frage stellt. Für einen rollstuhlfahrenden Elternteil, der beispielsweise ein dreijähhriges Kind betreuen muss, (was häufiger der Fall ist als man meint), führt diese Regelung ganz klar zu einem Konflikt zwischen Zugänglichkeit und Aufsichtspflicht! Deshalb die dringende Empfehlung der Fachstelle: Mit dem einfachen «80 cm-Prinzip» wird die Zugänglichkeit für alle Nutzer sanitärer Räumlichkeiten, ob mit Rollstuhl, Rollator oder anderweitigen Gehbehinderungen, nachhaltig gewährleistet. (nka)

Stand 06.07.2020

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      Bauten mit Wohnungen: Anpassbare Wohnungen. Themen Fachinformationen: Sanitärräume und Toiletten.