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Titelbild: Rollstuhlfahrerin öffnet ihr Fach einer Briefkastenanlage
Ihre Bedienbarkeit ist essentiell für das Teilhaben am Zweck des Gebäudes. Sie müssen demnach von Allen entsprechend ihres Zwecks genutzt werden können. Ein Teil der Briefkästen muss auch vom Rollstuhl aus erreichbar sein.

Briefkästen, Gegensprech-, Klingelanlagen, Lichtschalter und Türdrücker nennen sich laut Definition der Norm SIA 500 Bedienelemente (Ziff. 1.1). Ihre Bedienbarkeit ist essenziell für den Eintritt ins Haus und dessen Benutzung. Sie müssen demnach von Allen entsprechend ihres Zwecks genutzt werden können.

Briefkästenanlagen müssen in diesem Sinne so angebracht werden, dass ein Teil der Fächer auch vom Rollstuhl aus und für Kleinwüchsige erreichbar sind. Damit ist gewährleistet, dass die Zuteilung bedarfsgerecht geändert werden kann (Auslegungen zur SIA, 2018, A22).

Der Boden vor den Briefkästen muss eben, stufen- und schwellenlos sein. Er muss so ausgeführt werden, dass er im Sinne der «Eignung von Bodenbelägen» (Anh. B.1) begehbar, befahrbar und auch im nassen Zustand gleitsicher ist (Ziff. 3.2.6,9.1.1 und Anh. B.1).

Empfehlung der Fachstelle
Vorzugsweise witterungsgeschützt platziert.

Installationshöhe

  • Die Oberkante der untersten Reihe der Briefkästen und die unterste Reihe der Klingeltasten sind nicht höher als 1,10 m anzuordnen. Damit ist gewährleistet, dass die Zuteilung der Briefkästen und Klingeln bedarfsgerecht geändert werden kann (Ziff. 6.1.1, 9.6 undAuslegungen zur SIA, 2018, A22).

Hinweis
Eine Ablagefläche im Briefkastenbereich ist hilfreich und wünschenswert.
Héöhe: zwischen 0.35 und 0.60 m über Boden; Unterkante max. 0.30 m über Boden

Freifläche vor Bedienelementen

Freifläche vor den Bedienelementen (horizontal gemessen), um vom Rollstuhl aus erreichbar zu sein (Ziff. 6.1.2, 9.6.1 und Auslegung SIA 500, 2018, A22):

  • 1.40 m (d.h. 0.70 m Breite beidseitig vor Bedienelement)
  • 0.70 m (d.h. einseitig) nur bei Renovation oder Umbau bedingt zulässig.
  • bei Platzierung in Nische max. 0.25 m von Front zurückversetzt (Ziff. 9.6.1 und Auslegung SIA 500, 2018, A22), um auch vom Rollstuhl aus erreichbar zu sein.

Unfallschutz

  • Zur Sicherheit sehbehinderter Menschen müssen Briefkastenanlagen so platziert werden, dass sie kein Hindernis darstellen.
  • Ragen Bau- oder Einrichtungselemente aus der Mauer oder dem Boden um mehr als 0.10 m in die Bewegungsfläche hinein, müssen sie als Hindernis kontrastreich markiert werden und mit dem weissen Stock durch einen Sockel von min. 30 mm oder einer Abschrankung sicher ertastbar sein (Ziff. 3.4.4.1, 9.3.4 und 9.3.5).
  • Abschrankungen und Sicherung gefährdender Bauteile oder Einrichtungen für das Ertasten mit dem weissen Stock (Ziff. 3.4.5, 9.3.4 und 9.3.5):
    – entweder Sockel mit min. 30 mm Höhe
    – oder feste Traverse auf max. 0.30 m Höhe
    – Flexible Elemente wie Seile, Bänder und bewegliche Ketten sind nicht zulässig.
    – Abschrankungen, deren Enden in den Bewegungsraum ragen, müssen einen durchgehenden vertikal Abschluss erhalten.

Weitere Angaben zu Bedienelementen im Eingangsbereich von Wohnbauten finden Sie im Beitrag «Hauseingangsbereich im Wohnbauten».

Stand 26.07.2019

 

Auslegungen zur Norm SIA 500 aus dem Jahr 2018

Zu diversen Themen sind in den Auslegungen zur Norm SIA 500:2009 aus dem Jahr 2018 Anmerkungen, Erläuterungen und Interpretationen zu finden, die die Anforderungen präzisieren.
– Auslegung A22: Anordnung von Klingeln und Briefkästen in Wohnbauten

Öffentlich zugängliche Bauten: Generelle Anforderungen. Bauten mit Wohnungen: Altersgerechte Wohnungen, Anpassbare Wohnungen, Ferienwohnungen und Studentenunterkünfte. Bedienelemente --- Beschriftungen --- Orientierung: Bedienelemente. Planungsvorgaben: Vorgaben / Standards.