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Fussgängerstreifen haben aufgrund der Vortrittsregelung eine wichtige Bedeutung für Menschen mit Behinderung und müssen für alle Nutzergruppen eine sichere Querung ermöglichen.

Unter welchen Voraussetzungen Fussgängerstreifen eingesetzt werden, wird in der Norm SN 640 241 «Fussgängerstreifen» geregelt. Nach dieser Norm muss die Nachfrage während der fünf am meisten frequentierten Stunden des Tages zusammen mindestens 100 Fussgängerquerungen umfassen. Bei Vorliegen besonderer Vortrittsbedürfnisse, z.B. an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs oder besonderer Nutzergruppen wie ältere Menschen, Menschen mit Behinderung oder von Kindern, kann die Anordnung eines Fussgängerstreifens auch bei tieferen Frequenzen erfolgen (SN 640 421, Ziff. 16). Besondere Anforderungen sind bei Fussgängerstreifen an Kreiseln, bei Querung von Gleistrassees und Fussgängerstreifen mit Lichtsignal zu beachten. Bei der Anordnung von Fussgängerstreifen in Tempo 30 Zonen ist zudem die Verordnung zu Tempo-30 und Begegnungszonen (741.213.3) zu beachten.

Die Anordnung einer Fussgängerschutzinsel ist immer anzustreben, muss jedoch bei Fahrbahnbreiten ≥ 8.50 m zwischen Fahrstreifen in entgegengesetzter Richtung erfolgen (SN 640 421, Ziff. 24). Für die Anforderung an das hindernisfreie Bauen verweist die Norm auf die SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» und insbesondere auf folgende Punkte:

  • Trottoir und Schutzbereich von Fussgängerschutzinseln sind mit ertastbaren Randabschlüssen von 30 mm (vertikaler Absatz) oder 40 mm (schräger Absatz mit 0.13 – 0.16 m Breite) Höhe abzugrenzen (Ziff. 19.1, Anh. Ziff. 7.1 und 8.1.2) . Ein schräger Absatz ist nur zulässig, wenn der angrenzende Fussgängerbereich ein Quergefälle ≤ 3% zur Fahrbahn aufweist (Anh. Ziff. 7.1.1).

ertastbarer Randabschluss an Fussgängerstreifen

  • Trennelemente an Querungen haben erhöhte Anforderungen an die Ausführungsqualität (ebene Oberflächen möglichst ohne Fugen, fertige Abmessungen max. 5 m Abweichung von vertikalen Sollabmessungen, Belagsüberbau max. 5 mm) zu erfüllen (Anh. Ziff. 8.1.2).
Beitrag_Randsteinlabor

Randabschlüsse erfordern eine hohe Ausführungsqualität

  • Das Quergefälle der angrenzenden Fahrbahn soll 3% nicht übersteigen, der Wasserstein ≥ 0.15 m breit sein und eine möglichst geringe Neigung aufweisen (Anh. Ziff. 8.1.2).
  • Die Auffindbarkeit des Fussgängerstreifens wird durch ein erhöhtes Quergefälle gewährleistet. Dazu ist punktuell ein Quergefälle bis 6% zulässig (Anh. Ziff. 5.3). Ist keine ertastbare Trottoirabsenkung realisierbar, sind taktil-visuelle Markierungen nach Norm SN 640 852 «Taktil-visuelle Markierungen» erforderlich (Anh. Ziff. 8.1.1).
  • Im Annäherungsbereich sind sichtbehindernde Elemente wie  Geländer mit Staketen, Wehrsteine oder Poller zu vermeiden (Anh. Ziff. 8.1.1) insbesondere auch auf der Höhe von Rollstuhlfahrenden und kleinen Menschen.
  • Fussgängerstreifen sind auf möglichst gerader Strecke (nicht im Einmündungstrichter) und rechtwinklig zum Fahrbahnrand anzuordnen (Anh. Ziff. 8.1.4).
  • Ist die Orientierung währen dem Queren nicht gewährleistet (z.B. Fussgängerstreifen schräg zum Fahrbahnrand, komplexe oder lange Querung), sind Führungselemente oder taktil-visuelle Markierungen erforderlich (Anh. Ziff. 8.1.4).