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Der öffentliche Raum muss für Alle gleichberechtigt nutzbar sein, auch mit einer Körper-, Seh- oder Hörbehinderung. Die Anforderungen an die bauliche Gestaltung des Verkehrsraums sind verbindlich geregelt.

Der öffentliche Raum fällt in den Geltungsbereich des BehiG. Werden Anlagen des Verkehrsraums gebaut, darf die Nutzung durch Menschen mit Behinderung nicht durch die bauliche Gestaltung eingeschränkt werden.

Die VSS-Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» regelt die Ausführung und Umsetzung des hindernisfreien Bauens im öffentlichen Raum. Sie gilt für alle Verkehrsanlagen auf denen Fussverkehr zugelassen ist. Dazu gehören auch Haltestellen des öffentlichen Verkehrs, die in die Zuständigkeit der Strasseneigentümer fallen (Bus- und Strassenbahnhaltestellen), Anlagen für das Parkieren sowie öffentlich zugängliche Park- und Freizeitanlagen.

Die Norm und der dazugehörige normative Anhang mit Detailanforderungen, Massangaben und Erläuterungen, können gegen eine Gebühr beim VSS «Forschung und Normierung im Strassen- und Verkehrswesen» bezogen werden.

Für Haltestellen und Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs gelten zudem die nationalen Bestimmungen für einen behindertengerechten öffentlichen Verkehr.

Im Vorfeld der Erarbeitung der Norm, wurden die Anforderungen aus Sicht von Menschen mit Behinderung im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts aufgearbeitet und mit dem Forschungsbericht VSS Nr. 1308/2010 «Hindernisfreier Verkehrsraum – Anforderungen aus Sicht von Menschen mit Behinderung» publiziert.

      Verkehrsraum: Begegnungszonen, Fuss-Radwege, Fussgängerzonen / Plätze, Fusswege und Strassen. Freizeit- und Grünanlagen: Friedhöfe und Park- / Grünräume. Öffentlicher Verkehr: Bushaltestellen. Befristete Anlagen --- Baustellen: Baustellen, Provisorien und Temporäre Veranstaltungen. Planungsvorgaben: Normen und Vorgaben / Standards. Abgrenzung von Fussgängerbereichen: Abgrenzung gegenüber Gleis-trassen, Haltekanten an Haltestellen, Kriterien für die Abgrenzung zur Fahrbahn und Randabschlüsse/Elemente der Abgrenzung. Bewegungsraum: Längs- / Querneigung, Manövrierflächen an Haltestellen und Wegbreite / lichte Höhe. Beläge: Eignung von Belägen, Natursteinpflästerungen und Roste / Aufsätze / Abdeckungen. Wegführung: Beschriftungen / Signalisation, Elemente der Wegführung, Taktil-visuelle Markierungen und Taktiler Kontrast von Belägen. Höhenüberwindung: Aufzüge, Rampen und Treppen / Treppenwege. Strassen-Querung: Flächige Querung, Punktuelle Querungen / Fussgängerstreifen, Querungen bei Kreisverkehrsknoten, Querungen von Gleisen, Schutzinseln, Trennelemente an Querungen und Trottoirüberfahrten. Sicherheitselemente --- Signalanlagen: Absicherungen / Vermeidung von Hindernissen, Bahnschranken, Geländer / Abschrankungen, Lichtsignalanlagen / akustische und taktile Signale und Schikanen. Parkierung: Rollstuhlgerechte Parkieranlagen. Ausstattung --- Möblierung: Dimension und Form von Möblierungselementen, Sitzgelegenheiten und Wertstoffsammelstellen. Unterhalt und Betrieb: Schneeräumung, Strassencafés und Verkaufsflächen und Unterhalt. Interessensabwägung: Historische Anlagen / Denkmalpflege.