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Rollstuhlgerechte Parkfelder sind erforderlich, damit Personen mit Rollstuhl ihr eigenes Auto verwenden und selbständig am Zielort mit ihrem Hilfsmittel ein- und aussteigen können.

Damit ein Parkfeld für Personen mit Rollstuhl nutzbar ist, muss es erhöhte Anforderungen an die Dimension, Ebenheit und die Qualität der Beläge erfüllen. Die Manövrierflächen für das Ein- und Ausladen eines Hilfsmittels, sowie für den Transfer vom Auto in den Rollstuhl müssen vorhanden sein, damit Rollstuhlfahrende selbständig mit dem Auto einen Weg zurücklegen und am Zielort aus- und einsteigen können.

Anzahl und Anordnung der Parkfelder

Die Anzahl rollstuhlgerechter Parkfelder richtet sich nach den Normen SN 640 281 «Angebot an Parkfeldern für Personenwagen». Bei grösseren Anlagen ist ein rollsltuhlgerechtes Parkfeld auf je 50 Parkfelder anzuordnen, mindestens aber 1 Parkfeld pro Parkgeschoss (Ziff. 8).

Nach SN 640 291 «Parkieren; Anordnung und Geometrie der Parkierungsanlagen» sind Parkfelder für Personen mit Behinderung leicht zugänglich, in der Nähe der ein- und Ausgänge oder der Aufzüge anzuordnen (Ziff. 7).

Diese Proportionen sind grundsätzlich auch bei der Anordnung von Parkfeldern im Strassenraum einzuhalten. Die rollstuhlgerechten Parkfelder sind möglichst nahe an wichtigen Zielen, wie z.B. dem Eingang zu Bahnhöfen, Ladenzentren, Restaurants, Kulturbauten oder Quartierzentren anzuordnen.

Rollstuhlgerechte Parkfelder

Rollstuhlgerechte Parkfelder müssen gemäss SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» stufenlos zugänglich und in hindernisfreie Wegketten integriert sein. Sie sind nach Möglichkeit in der Ebene, d.h. auf horizontalen Flächen anzuordnen (Ziff. 20).

Die Norm SN 640 075  regelt im Anhang die minimalen Anforderungen an die Dimensionen und die Gestaltung rollstuhlgerechter Parkfelder (Anh. Ziff. 9):

  • Breite des Parkfeldes bei Senkrecht- oder Schrägparkierung: min. 3.50 m
    (bei Schrägparkierung rechtwinkelig zur Längsrichtung gemessen)
  • Manövrierfläche beim Zugang zum Kofferraum min. 1.70 m lang und niveaugleich mit dem Parkfeld
  • Länge des Parkfeldes bei Längsparkierung: min. 8.00 m
  • Manövrierfläche seitlich des Fahrzeugs auf der Fahrerseite, min. 1.40 m breit und niveaugleich mit dem Parkfeld
  • Fallliniengefälle von Parkfeld und Manövrierfläche vorzugsweise ≤ 2%
  • Belag von Parkfeldern, Manövrierflächen und Zugangswegen «geeignet» gemäss Tabelle 2 der Norm: Eignung von Belägen für hindernisfreie Gehflächen (Anh. 12.1).

Kennzeichnung der Parkfelder

Gemäss Signalisationsverordnung SSV sind Parkfelder, die für gehbehinderte Personen reserviert sind, bei den betreffenden Feldern mit dem Signal «Parkieren gestattet» (4.17) und der Zusatztafel «Gehbehinderte» (5.14) zu signalisieren. Zum Parkieren berechtigt ist dort nur, wer gehbehindert ist oder eine gehbehinderte Person begleitet, und dies mit der «Parkkarte für behinderte Personen» (Anhang 3, Ziff. 2) ausweisen.

 

Zusätzlich muss gemäss SN 640 075 das Parkfeld am Boden mit dem Rollstuhlsignet gekennzeichnet werden (Anh. Ziff. 9). Das Signet für die Kennzeichnung der rollstuhlgerechten Parkfelder ist in der Norm SN 640 850 «Markierungen; Ausgestaltung und Anwendungsbereiche» geregelt (Ziff. 7.6).

Ein- und Ausfahrschranken

Bei Abfertigungssystemen mit Schranken zur Kontrolle von Parkierdauer und Gebührenbezahlung muss es möglich sein, falls alle Behindertenparkfelder besetzt sind, ohne Gang zur Kasse wieder aus der Anlage auszufahren. Ohne geeignetes Parkfeld ist es Menschen mit Behinderung nicht möglich das Fahrzeug zu verlassen um am Automaten ein Ticket für die Ausfahrt zu beschaffen. Dies wird in der Norm SN 640 282 «Betrieb und Bewirtschaftung von Parkierungsanlagen» in Ziffer 17.3 folgendermassen festgehalten: „Die unmittelbare Ausfahrt aus der Anlage sollte ohne Gang zur Kasse (z.B. mit Karenzzeit) möglich sein, wenn alle Parkfelder, insbesondere auch die Behindertenparkfelder, bereits besetzt sind“.

Parkscheinautomaten und Parkuhren

Parkscheinautomaten und Parkuhren müssen gemäss SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» stufenlos zugänglich und für Personen mit Rollstuhl bedienbar sein (Ziff. 20). Für Bedienungselemente von Parkscheinautomaten verweist die Norm im Anhang, Ziffer 9 auf die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten».

Seit einigen Jahren werden die Anforderungen an die Bedienbarkeit von Parkscheinautomaten bei der Entwicklung der Geräte beachtet, so dass entsprechende Produkte auf dem Markt sind welche folgende Anforderungen erfüllen:

  • keine vorspringenden Sockel, die den Zugang zu den Bedienelementen behindern
  • Höhe der Bedienelemente max. 1.10 m über Boden.
    Alle Bedienelemente (Ticket Einführ- und Ausgabeschlitz, Kartenschlitz, Münzeinwurf und -ausgabe, elektronische Zahlungsstellen sowie Gegensprechanlage) müssen im Bereich zwischen 0.60 m und 1.10 m über Boden liegen.
  • Für jedem Standort muss mindestens einer der Parkscheinautomaten oder Parkuhren zugänglich sein.

Weitere Informationen zu Automaten sind im Merkblatt 050 «Bedienelemente und Automaten» zusammengefasst.

 

Stand 27.11.2018

Verkehrsraum: Strassen. Freizeit- und Grünanlagen: Friedhöfe. Öffentlicher Verkehr: Bahnhaltestellen. Planungsvorgaben: Vorgaben / Standards. Parkierung: Rollstuhlgerechte Parkieranlagen.
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