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Trennelemente an Querungen haben hohe Anforderungen an die Ausführungsqualität zu erfüllen, damit die Ertastbarkeit mit dem weissen Stock und die Befahrbarkeit mit Hilfsmitteln erfüllt wird

Für die Orientierung und Sicherheit von Menschen mit Sehbehinderung ist zwischen Fussgängerbereich und Fahrbahn ein Absatz erforderlich. Damit dieser an Querungen für andere Nutzergruppen, insbesondere für Menschen mit Rollator, Hand- und Elektrorollstuhl nicht zum Hindernis wird, sind hohe Anforderungen an die Dimensionierung und Ausführung der Trennelemente zu stellen. Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf mehreren Studien und Test der Schweizer Fachstelle, welche in die Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» eingeflossen sind.

Wahl des Randabschlusses

Betreffend der Wahl des niedrigen Randabschlusses für eine bestimmte Querungssituation hält die Norm folgende Kriterien fest (Anh. 7.1.1):

  • Niedrige Absätze von 30 mm Höhe können mit Rollstuhl und Rollator befahren werden. Sie sind mit dem weissen Stock besser ertastbar als schräge Randabschlüsse und gewährleisten das Ausrichten am Fahrbahnrand zur Querung. Als Längsführung und Abgrenzung zur Fahrbahn bieten sie mehr Sicherheit als schräge Randabschlüsse.
  • Niedrige schräge Randabschlüsse mit 40 mm Höhe und einer Breite von 0.13 bis 0.16 m sind als Alternative zum vertikalen Absatz von 30 mm Höhe einsetzbar, sofern die Querneigung der angrenzenden Fussgängerfläche ≤ 3% beträgt. Sie sind mit dem Rollator und eine Elektrorollstuhl einfacher zu befahren als vertikale Absätze. Vorteile für Handrollstuhlfahrer sind nicht nachweisbar.

Reichen qualitativ hochwertige niedrige Randabschlüsse nicht aus, um die Bedürfnisse spezifischer Nutzergruppen zu erfüllen (z.B. im Umfeld von Alterseinrichtungen), können zusätzlich punktuelle Auffahrtsrampen eingesetzt werden (Anh. 7.1.2).

Qualitätsanforderungen

An punktuellen sowie an flächigen Querungen sind gemäss VSS Norm 640 075 niedrige Randabschlüsse einzusetzen. An die bauliche Ausführung dieser Trennelemente werden folgende Qualitätsanforderungen gestellt (Anh. 8.1.2)

  • Es sind Randsteine mit ebenen, d.h. mit gesägten oder geflammten Oberflächen einzusetzen.
  • Unebenheiten durch Fugen oder Verlegeungenauigkeit sind zu vermeiden.
  • Die fertigen Abmessungen dürfen in der Höhenlage um max. 5 mm von den Sollabmessungen abweichen.
  • Ein Belagsüberbau darf max. 5 mm betragen. Der speziell bei gekippten Rand- und Bundsteinen entstehende Belagsüberbau, ist die Gesamthöhe des Absatzes einzurechnen.
  • Der Wasserstein soll vorzugsweise eine Breite von 0.15 m oder mehr und eine möglichst geringe Neigung aufweisen.
  • Das Quergefälle der angrenzenden Fahrbahn soll möglichst nicht mehr als 3% betragen, damit Personen im Rollstuhl die Vorderräder anheben können.

Diese Anforderungen sind an Querungen unbedingt einzuhalten, da der Kompromiss zwischen Ertastbarkeit mit dem weissen Stock und Befahrbarkeit mit Rollatoren und Rollstühlen keine zusätzlichen Abweichungen zulässt, ohne einzelne Nutzergruppen zu benachteiligen. Sie müssen bei der Ausschreibung der Arbeiten explizit aufgeführt und bei der Bauabnahme kontrolliert werden.

Ein zu grosser Belagsüberbau ist häufig die Ursache dafür, dass Personen mit Rollator oder Rollstuhl hängen bleiben und stürzen können oder dass die Gesamthöhe des Absatzes zu gross wird um ihn mit dem Handrollstuhl zu befahren. Bei der Verwendung von Bundsteinen sind die Unebenheiten oft erheblich und können sowohl die Ertastbarkeit mit dem weissen Stock als auch die Befahrbarkeit beeinträchtigen.

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