Unter Moderation von Deborah Fehlmann von der Architekturzeitschrift Hochparterre, haben sich am 5. September 2024 zahlreiche Bauverantwortliche intensiv mit der Frage beschäftigt, warum das Konzept des hindernisfrei-anpassbaren Wohnungsbaus, trotz seiner Vorteile, noch nicht ausreichend umgesetzt wird. Obwohl es seit Jahren gesetzlich verankert ist, wird bisher nur bei grossen Wohnbauten auf Hindernisfreiheit und Zugänglichkeit geachtet, während es beim Bau von Wohnungen generell bisher keine Allgemeingültigkeit erlangt hat.
In den Diskussionen am Vor- wie am Nachmittag wurde rasch deutlich, dass es auf allen Ebenen Entwicklungspotential gibt: Grundsätzlich wird der hindernisfrei-anpassbare Wohnungsbau heute nicht als Design for all-Ansatz verstanden. Im Architekturdiskurs spielt der Aspekt der Hindernisfreiheit sowohl bei der Nutzungsflexibilität als auch bei der Nachhaltigkeit bis heute so gut wie keine Rolle. Stattdessen wird das Wohnbaukonzept häufig auf die Norm der SIA 500 reduziert. Zudem führten auch andere Aspekte in den Diskussionen zu wichtigen Erkenntnissen, wie etwa:
Wenn das Konzept des hindernisfrei-anpassbaren Wohnungsbaus bereits in der frühen Planungsphase beachtet wird, entstehen vielseitig nutzbare Räume. Dies wurde eindrucksvoll von Architekt Andreas Galliker am Projekt Langensand während der Tagung verdeutlicht. Den gut gelösten Architekturprojekten standen die Berichte aus dem Wohnalltag von Betroffenen, wie etwa Mizgeen Sayaband, gegenüber. Diese haben wichtige Impulse für einen reflektierteren Umgang mit dem „Lebensmodell Behinderung“ beigetragen. Für viele Teilnehmer, sowohl auf dem Podium als auch im Publikum, war dies nach eigenen Angaben eine «augenöffnende» Erfahrung.
Angesichts der Wohnungsknappheit, einer alternden Gesellschaft und der steigenden Zahl von wohnungssuchenden Menschen mit Behinderung – dank des Selbstbestimmungsgesetzes – ist es entscheidend, mehr Wohnraum zu schaffen, der für alle nutzbar ist. Dazu ist ein gesellschaftsfähiger Wohnbaustandard notwendig. Dies erfordert nicht nur ein Umdenken, sondern vor allem proaktives Handeln. Es ist daher entscheidend, ein klares Verständnis für den hindernisfrei-anpassbaren Wohnungsbau zu fördern und ein deutlich gesteigertes Bewusstsein der Entscheidungsträger zu schaffen. Nur so kann dieser Ansatz in den Wohnbaustrategien verankert werden. Erst dann werden Neu- und Umbauten für alle bewohnbar. Und – was können Sie tun?
Fordern Sie als Auftraggebende und Planende aktiv während des gesamten Planungsprozesses Hindernisfreiheit und Anpassbarkeit ein. Besonders im Bestandsbau zeigt sich bereits heute, dass Massnahmen wie «Flächenboni» oder «Ausnahmen bei Abstandsregelungen» die hindernisfreie Erschliessung erheblich erleichtern können. Um den hindernisfrei-anpassbaren Wohnungsbau umfassend in den Diskurs und die Ausbildung zu integrieren und gezielt in Projekten umzusetzen, sollten Sie dem Thema offen gegenüberstehen. Scheuen Sie sich nicht, sich mit körperlichen Grenzen auseinanderzusetzen, und beziehen Sie die notwendigen Fachpersonen frühzeitig ein. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der aktiven Suche nach Lösungen in jedem Projekt und der richtigen Haltung – darin waren sich alle Teilnehmer einig!
Aus diesem Grund setzen wir unser Engagement fort:
Moderation: Deborah Fehlmann, Hochparterre, Ergebnissicherung Hartmut Göhler, Dozent ZHAW, Koordination: Hindernisfreie Architektur
Begrüssung und Konzept
Eva Schmidt, Schweizer Fachstelle «Wohnraum für alle – eine Utopie?»
Dr. Marie Glaser, BWO «Hindernisfreies Bauen als gesetzlicher Auftrag»
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