Gebaute Räume sind nie neutral. Sie spiegeln gesellschaftliche Vorstellungen wider und prägen dadurch, wie Menschen sich in ihnen bewegen, zurechtfinden und dazugehören können.
Wer Räume gestaltet, prägt Lebensrealitäten. Die gebaute Umwelt entsteht durch soziale, politische und planerische Entscheidungen und beeinflusst, wie Menschen Räume nutzen und ob sie daran teilhaben können. Das Konzept der reflexiven Architektur fordert deshalb, die gesellschaftlichen Auswirkungen von Planung bewusst mitzudenken und Hindernisfreiheit als grundlegendes Gestaltungsprinzip statt als nachträgliche Anpassung zu verstehen. Werden Menschen mit Behinderungen in Planung und Bau nicht selbstverständlich mitgedacht, entstehen ableistische Strukturen, die Ausgrenzung und mangelnde Sichtbarkeit im öffentlichen Raum verstärken.
Die Kolumne von Saphir Ben Dakon stützt sich auf ihren wissenschaftlichen Beitrag, der die fachlichen Grundlagen und aktuellen Erkenntnisse zum Thema darlegt.
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