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Aktuell

Neuauflage geplant: Wohnungsbau für alle

Die Richtlinie «Wohnungsbau hindernisfrei – anpassbar» wird zurzeit überarbeitet und erscheint im Herbst 2022 neu. Warum braucht es eine Neuauflage, und was bringt sie?

Auch wenn die Richtlinie in unzähligen Architekturbüros steht, ist sie etwas in Vergessenheit geraten. Die gedruckte Version der Richtlinie ist inzwischen vergriffen. 2009 wurde sie letztmals überarbeitet, viele Elemente sind damals als Mindestanforderungen in die SIA 500 eingeflossen. Doch noch längst nicht alle Neubauten werden entsprechend der Vorgaben geplant. Es fehlt also ein aktuelles, übersichtliches Instrument, das Bauherr*innen, Investor*innen und Planenden das nötige Wissen vermittelt.

Im «Kochbuch für den Wohnungsbau» (Hochparterre 1992) präsentierte die Fachstelle 1992 erstmals das Konzept des anpassbaren Wohnungsbaus. Bis heute gilt die Richtlinie als konzeptionelle Pionierleistung für einen Wohnungsbau, der mit geringen Mitteln Menschen in allen Lebenslagen einen hohen Nutzen bringt. Die Idee: Es braucht nicht in jedem Mehrfamilienhaus einen bestimmten Prozentsatz behindertengerechter Wohnungen. Vielmehr soll so gebaut werden, dass jede Wohnung mit wenig Aufwand an die spezifischen Bedürfnisse eines Menschen mit Behinderung angepasst werden kann. Eigentlich eine Vorwegnahme des «Design for all», denn eine solche minimale Hindernisfreiheit dient allen – Bewohner*innen – auch solchen, die nur temporär gehbehindert sind – und Besucher*innen.

Die Neuauflage wird aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte aktualisiert und noch praxisorientierter gestaltet. Sie wird als Ergänzung zur SIA 500 konzipiert, erläutert die Mindestanforderungen und zeigt konkrete Lösungskonzepte für Neubauten sowie Massnahmen für Umbauten auf. Die neue Richtlinie wird bis zum Herbst 2022 zur Publikationsreife überarbeitet und kann dann über die Fachstelle (fachstelle@hindernisfreie-architektur.ch) bezogen werden.

    Revidierte Webseite der Schweizer Fachstelle

    Seit kurzem steht unsere frisch überarbeitete Webseite online zur Verfügung, die Adresse bleibt wie gewohnt www.hindernisfreie-architektur.ch. Die auf den ersten Blick sichtbaren Änderungen halten sich in Grenzen, beim genaueren Hinschauen und im Hintergrund ist jedoch vieles neu. Die Seite soll es nun allen Benutzern ermöglichen, Beiträge, Informationen und Publikationen schneller zu finden.

    Die Menge an Beiträgen und Publikationen auf unserer Webseite ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Um sich auf der Plattform auch weiterhin zurechtzufinden und die gesuchten Inhalte herauszufiltern, wurden ein paar strukturelle Anpassungen dringend notwendig. Die Mitarbeiter der Schweizer Fachstelle waren in den letzten Tagen intensiv damit beschäftigt, unsere Webinhalte aufzuarbeiten, zu sortieren und an die neue Seite anzupassen, so dass alles für den Relaunch bereit war. Nun freuen wir uns, die neue Webseite Seite mit verbesserter Navigation und leicht verändertem Design zu präsentieren.
    Das Ziel der neuen Seite soll eine möglichst klare und verständliche Benutzerführung sein, so dass sich alle Benutzer auf der Seite schnell zurechtfinden und mit wenigen Klicks die gesuchten Informationen erhalten. 
    Die neuen Auswahlkategorien und Filterfunktionen nach Nutzungsart und Themen, respektive Rechtsebene und Erlass machen es allen Benutzern möglich, schnell an die gewünschten Informationen zu gelangen. Für die Suche nach einem bestimmten Dokument steht eine verbesserte Suchfunktion zur Verfügung.

      Das «bulletin 067» ist erschienen!

      «Design for all» ist heute in aller Munde, doch wie kann angehenden Artchitektinnen und Architekten dieser Ansatz vermittelt werden? Die Ergebnisse des Symposiums «Design for all in der Architekturlehre» werden in diesem Heft vorgestellt.

      Soll in der Schweiz hindernisfreies Bauen selbstverständlich werden, müssen Architekt*innen entsprechend ausgebildet werden. Im vergangenen Dezember veranstaltete die Fachstelle ein Symposium zur Frage, wie das « Design for all » derzeit in der Architekturlehre verankert ist und wie angehende Architekt*innen für das Thema sensibilisiert werden können. Die Ergebnisse des Symposiums haben wir im bulletin 067 aufgearbeitet und publiziert.

      Titelseite bulletin 67

        Hindernisfreie Gehflächen

        Das Merkblatt 118 «Hindernisfreie Gehflächen» wurde nach den neusten Erkenntnissen revidiert und an die Vorgaben der VSS-Norm 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» angepasst. Es zeigt, wie Möblierungs- und Ausstattungselemente aufgestellt und gestaltet sein müssen, damit sie kein Hindernis und keine Gefährdung für Menschen mit Behinderung darstellen.

        Das Merkblatt 118 «Hindernisfreie Gehflächen» lässt sich als Planungshilfe im öffentlichen Raum ebenso anwenden wie in Aussenanlagen von Bauten oder einer Shopping-Mall. Es illustriert die Anforderungen an Durchfahrbreiten ebenso wie an den Lichtraum, die Ertastbarkeit und die visuelle Kennzeichnung von Hindernissen und Bauabschrankungen.

        Titelseite Merkblatt 1Hindernisfreie Gehflächen

          «Design for all in der Architekturlehre»

          Anlässlich des Symposiums am 1. Dezember 2021 haben sich Praktizierende, Dozierende und Modulverantwortliche Schweizer Hochschulen mit den Herausforderungen, eine hindernisfreie Architektur als Lehrinhalt zu verankern, befasst. Die Ergebnisse zeigen Handlungsbedarf - wir bleiben dran!

          Am Symposium vom 1. Dezember im Zollhaus waren mehrere Hochschulen und Fachhochschulen vertreten. Beeindruckende Referate regten die Diskussion an und boten eine breite Grundlage, um über die Möglichkeiten zu diskutieren, wie künftigen Architekturstudierenden Design for all nähergebracht werden kann. 

          Moderation und Ergebnissicherung stellte Dr. Barbara Häring sicher. Die Referate und eine Zusammenfassung der Erkenntnisse finden sie im Tagungsbeitrag Symposium «Design for all in der Architekturlehre»

          Ausschnitt_Präsentation-Zimmermann

            Neu publiziert im Dezember 2021

            Kurz vor Jahresende finalisiert und online publiziert wurden das
            Merkblatt 031 «Fenstertürschwellen; Rollstuhlgerechte Ausführung» und das Merkblatt 115 «Fussgänger-Lichtsignalanlagen; taktile und akustische Signale»

            Merkblatt 031 «Fenstertürschwellen»

            Im November 2021 wurde die neue Version der Norm SIA 271 «Abdichtung von Hochbauten» publiziert. Damit entspricht die Norm nach langer Diskussion endlich dem aktuellen Stand des Wissens und die Fachstelle konnte ihr Merkblatt 031 «Fenstertürschwellen; Rollstuhlgerechte Ausführung» nun definitiv und gestützt auf die geltende Norm publizieren.

            Merkblatt 115 «Fussgänger-Lichtsignale»

            Im Oktober 2020 hat der VSS die neue Norm 40 836-1 «Lichtsignalanlagen; Taktile und akustische Zusatzeinrichtungen» publiziert, an deren Entstehung die Schweizer Fachstelle und ihre nationale Fachkommission für blinden- und sehbehindertengerechtes Bauen intensiv mitgewirkt hatten. Neu eingeführt wurde mit der Norm das akustische Übergangssignal, das Menschen mit Sehbehinderung das Ende der Grünzeit signalisiert und so lange ertönt, bis das orange Licht erlischt und die Ampel für die Fussgänger auf Rot schaltet.

            Das komplett überarbeitete Merkblatt 115 «Fussgänger-Lichtsignale; Taktile und akustische Signale», Ausgabe Dezember 2021 erläutert die Anforderungen aus Sicht der Nutzenden und unterstützt Menschen mit Sehbehinderung, deren Interessenvertretungen und die Zuständigen in den Kantonen und Gemeinden bei der korrekten Umsetzung der taktilen und akustischen Signale.  

            Publikationen Dezember 2021

              Jubiläumswettbewerb 2021: Gewinnerprojekte gekürt

              Ende Oktober 2021 haben wir im Architekturforum Zürich im Rahmen der Veranstaltung «40 Jahre Engagement für eine bessere Gesellschaft» die Gewinnerprojekte unseres Jubiläumswettbewerbs einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Geehrt wurden vier vorbildlich gestaltete hindernisfreie Hauseingänge für unterschiedliche - alles geschützte - Gebäude.

              Nachdem Eva Schmidt als Fachstelleleiterin den Abend mit einem spannenden Rückblick in die Anfänge der Schweizer Fachstelle eröffnete und in die wichtigsten Kriterien für ein «Design for all» einführte, wurde es im zweiten Teil des Abends festlich: Während der Preisverleihung und unter Anwesenheit aller Jurymitglieder wurden die ausgewählten Projekte mit einer Auszeichnung gewürdigt. Von fast 30 Eingaben – die uns sehr gefreut haben – kamen 23 in die engere Wahl. Ausgezeichnet wurden gestalterisch gute, ganzheitliche Ansätze mit praxisgerechten Lösungen, die eine hohe Nutzungsqualität aufweisen. Lesen Sie den ganzen Bericht zum Jubiläumsanlass im Architekturforum Zürich

                15.10.2021 – TAG DES WEISSEN STOCKS

                Wussten Sie, dass Entwässerungsrinnen, Trottoir-Randabschlüsse, Belagswechsel und andere bauliche Elemente absichtlich in die öffentliche Architektur integriert werden? Dass diese als «natürliches» Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen dienen? Vielen von uns ist das kaum bewusst.

                Anlässlich des internationalen Tags des Weissen Stockes wollen wir nebst den weissen Leitlinien vor allem auch die Führungs- und Trennelemente in gebauten Umgebungen betonen, die sehbehinderte und blinde Fussgängerinnen und Fussgänger zu Orientierungszwecken nutzen, wenn vor Ort keine Leitlinien vorhanden sind, denn diese werden nur subsidiär eingesetzt!

                Für weitere Informationen lesen Sie das beiliegende Dokument.

                 

                Merkblatt 121 «Relief- und Brailleschrift» überarbeitet

                Das aktualisierte Merkblatt listet die Anforderungen an Reliefschriften und ertastbare Piktogramme tabellarisch nach Einsatzorten und bietet einen Überblick über Hersteller und Bezugsquellen.

                Seit Juli 2021 liegt das Merkblatt 121 überarbeitet und mit wichtigen Elementen ergänzt vor. Die Norm SIA 500 unterscheidet zwischen visuellen Beschriftungen, die auch ertastet werden können, und taktilen Reliefschriften, die ergänzend zu visuellen Informationen etwa am Handlauf angebracht werden. Für Letztere macht sie genaue Vorgaben an Schriftgrösse, Reliefprofil, Schriftstil und Spationierung, damit sie gut ertastet werden können, verlangt jedoch keinen visuellen Kontrast. Die Erfahrung zeigt aber, dass ein visueller Kontrast auch an Handlaufschildern extrem hilfreich ist. Der Grund dafür ist einfach: Visuelle Informationen, etwa die Gleisnummerierung auf dem Bahnsteig, sind für Menschen mit Sehbehinderung oft zu weit entfernt oder zu hoch angeordnet. An die taktilen Schilder kann man nahe herangehen und sie auch mit geringem Sehvermögen noch lesen, was viel schneller geht als das Abtasten. Deshalb empfiehlt die Fachstelle neu, Reliefschriften grundsätzlich immer auch mit visuellem Kontrast auszuführen.

                Seite 1 Merkblatt 121

                  Geschäftsbericht aktuell

                  Das zurückliegende Geschäftsjahr war ein Ausnahmejahr. Geradeso als wollten wir die Chance für einen Wandel, der bekanntlich jeder Krise innewohnt, nicht verpassen konnten wir die Herausforderungen auch unter besonderen Umständen meistern.


                  Die Schweizer Fachstelle sah sich 2020 mit einem eher seltenen Phänomen konfrontiert: während wir einerseits bei wichtigen Expertisen intervenieren mussten, überraschte uns andererseits die aufkommende hohe Nachfrage für Beratungen. Sie mündete in neuen Grundlagen für die Interessensvertretung zum «sehbehindertengerechten Bauen». Stillstand sieht anders aus. Aber schauen Sie selbst im aktuellen Geschäftsbericht 2020.

                  Geschäftsbericht 2020