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Aktuell

15.10.2021 – TAG DES WEISSEN STOCKS

Wussten Sie, dass Entwässerungsrinnen, Trottoir-Randabschlüsse, Belagswechsel und andere bauliche Elemente absichtlich in die öffentliche Architektur integriert werden? Dass diese als «natürliches» Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen dienen? Vielen von uns ist das kaum bewusst.

Anlässlich des internationalen Tags des Weissen Stockes wollen wir nebst den weissen Leitlinien vor allem auch die Führungs- und Trennelemente in gebauten Umgebungen betonen, die sehbehinderte und blinde Fussgängerinnen und Fussgänger zu Orientierungszwecken nutzen, wenn vor Ort keine Leitlinien vorhanden sind, denn diese werden nur subsidiär eingesetzt!

Gesellschaftlich nachhaltig bauen – «Design for All» 

Eine konsequent behindertengerechte Bauweise und damit die Philosophie des «Designs for All» hat sich in den letzten Jahren international durchgesetzt. Auch in der Schweiz definieren die Normen SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» und VSS SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» diese Anforderungen im Bauwesen und der modernen Architektur. Eva Schmidt, Geschäftsführerin der Schweizer Fachstelle für Hindernisfreie Architektur ist überzeugt: «Die Akzeptanz einer hindernisfreien Bauweise ist in den letzten Jahren merklich gestiegen. Neben der Pflicht, die sich aus dem Behindertengleichstellungsgesetz ergibt, hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass alle Menschen im Verlauf ihres Lebens von Einschränkungen betroffen sein können. Sei es, vorübergehend durch einen Unfall, oder weil man im Alter weniger gut hört und sieht, oder weil man mit einem Kinderwagen plötzlich vor einer Treppe steht.» 

Der Öffentlichkeit zugängliche Neubauten müssen heute für Menschen mit Geh-, Seh- oder Hörbehinderung hindernisfrei erstellt werden. In Abstimmung mit dem Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) und den kantonalen Baugesetzen erarbeitet die Fachstelle zahlreiche Grundlagen, Richtlinien und Normen für bauliche Massnahmen im öffentlichen Raum. Für sehbehinderte und blinde Menschen sind das z.B. das Leitliniensystem, Signale für Sehbehinderte und Elemente zur Abgrenzung sicherer Fussgängerbereiche. 

Wegführung auf Trottoirs, Plätzen, Strassen und Begegnungszonen 

Da die Möglichkeit für Menschen mit einer Sehbehinderung, taktile Informationen über den verlängerten Zeigefinger – die Stockspitze des Weissen Stockes – aufzunehmen und richtig zu interpretieren, begrenzt ist, müssen Elemente der Wegführung eindeutig erkenn- und ertastbar sein, damit die Orientierung im Verkehrsraum gewährleistet ist. Dazu zählen Trennelemente zwischen Fussgängerbereichen und Fahrbahn. In Fussgänger- und Begegnungszonen erkennen Sehbehinderte den sicheren Aufenthalts- und Zirkulationsbereich z.B. durch einen ertastbaren Absatz, der den Fahrbereich vom Fussgängerbereich trennt. Auch Grünstreifen eignen sich ähnlich wie hohe Randabschlüsse gut für die Abgrenzung verschiedener Verkehrsflächen und bei ausreichender Breite insbesondere für stark bzw. schnell befahrene Strassen. Ortskundige Blinde und Sehbehinderte kennen in der Regel auch die Funktion von Entwässerungsrinnen als Orientierungselement. 

Aber auch Führungselemente wie Belagswechsel und Belagsbänder (unterschiedliche taktil erkennbare Oberflächenbeschaffenheit) können mit dem Weissen Stock ertastet werden. Mit der Kugel an der Spitze können Markierungen auf dem Boden, Belagswechsel, Absätze und Hindernisse erfühlt werden. Der Weisse Stock sorgt so für Sicherheit, Selbständigkeit und Orientierung. Für sehbehinderte Passantinnen und Passanten mit minimalem Sehrest hilft zur Orientierung zudem der Kontrast. Dieser kann z.B. mit hellen Beton- oder Natursteinelementen gegenüber Asphaltflächen erreicht werden. Eine kontrastreiche Markierung von Hindernissen auf Fussgängerflächen, wie z.B. von Treppenabstufungen, Pollern, Pfosten oder Baustellenabschrankungen, verbessert die Erkennbarkeit für sehbehinderte Passantinnen und Passanten. 

«Shared Space» – eine gefährliche neue Entwicklungstendenz 

Bei der Frage nach Verkehrstrennung oder Verkehrsmischung muss auch immer die Si-cherheit von Menschen mit Behinderung als einer der sensibelsten Benutzergruppen im öffentlichen Verkehrsraum berücksichtigt werden. Dies fordert unser Behindertengleichstellungsgesetz. Das bedeutet, dass dort, wo Fussgängerinnen und Fussgänger auf einer Verkehrsfläche nicht vortrittsberechtigt sind, die Trennung zwischen Fussgängerbereich und Fahrbahn taktil erkennbar sein muss, z.B. durch hohe Randabschlüsse. Ist die gesamte Verkehrsfläche für den Fussverkehr und gleichzeitig auch für den Rollverkehr vorgesehen, muss sich dies in der baulichen Ausgestaltung und in der Signalisation ausdrücken. 

Die bei vielen beliebte Entwicklungstendenz des sogenannten «Shared Space», welche Mischverkehrsflächen auf stark befahrenen Strassen und Plätzen ohne entsprechende Verkehrsregelung wie z.B. die Signalisation einer Begegnungszone oder Tempo 30-Zone vorsehen, ist deshalb aus Sicht von Menschen mit Behinderung abzulehnen. In «Shared Space»-Zonen ist es ihnen nämlich nicht möglich, sich selbständig zu bewegen (Forschungsbericht «Hindernisfreier Verkehrsraum» 2010, S. 58). 

Öffentliche Verkehrsmittel – Barrierefreiheit besonders wichtig 

Eine zentrale Rolle für die selbständige Fortbewegung von sehbehinderten und blinden Menschen kommt den öffentlichen Verkehrsmitteln zu. 

Somit sind bei Bus-, Postauto- und Tramhaltestellen eine kontrastreiche Gestaltung und standardisierte Positionierung der Informationsträger sowie taktil und visuell erkennbare Orientierungshilfen besonders wichtig. Bekannt ist z.B. die taktil-visuelle Kennzeichnung der Einstiegsposition für Sehbehinderte bei der ersten Bustür. Weitere Beispiele sind die visuelle Kennzeichnung der hohen Haltekanten oder die Informationsvermittlung nach dem Zwei-Sinne-Prinzip. Dieses Prinzip bedeutet, dass zusätzlich zum Visuellen entweder auch akustisch oder taktil (mit Reliefsymbolen) informiert werden muss (Merkblatt 120 «Bus-Haltestellen», Hindernisfreie Architektur – die Schweizer Fachstelle, 2019). 

Zur Gewährleistung der Sicherheit der Reisenden auf Bahnhöfen und deren Perrons und der lückenlosen Führungskette werden Sicherheitsmarkierungen wie Sicherheitslinien entlang der Gleise, Markierungen «Perronende» oder «Perronzu-/abgang» sowie Aufmerksamkeitsfelder «Betreten/Verlassen Perronbereich» taktil-visuell angebracht. Bauliche Elemente der Führungskette sind die Gestaltung der Rückseiten von Haus- und Aussenperrons. Auch die taktil-visuelle Wegführung ausserhalb des Perronbereiches sowie die Markierung von Treppen und Stufen in Publikumsbereichen gehören zu einer lückenlosen Führungskette auf Bahnhöfen (Leitfaden «Taktil-visuelle Markierung von Bahnperrons»», Hindernisfreie Architektur – die Schweizer Fachstelle, 2020). 

Überall gilt: Es sind einfache, eindeutige, intuitiv erkennbare, standardisierte Lösungen anzuwenden, welche sowohl für sehende als auch für sehbehinderte und blinde Personen eine gute Orientierung ermöglichen und leicht verständliche Informationen vermitteln, was zusätzlich der allgemeinen Sicherheit dient. 

Sehpotenzial wird durch Kontraste optimiert 

Auch gute Kontraste ermöglichen es, ein reduziertes Sehpotenzial optimal einzusetzen. Sie tragen zur besseren Wahrnehmung von Informationen bei. Wo das schnelle Erfassen von baulichen Elementen, Markierungen und Signalisationen erforderlich ist, erhöhen visuelle Kontraste die Sicherheit massgeblich. Und dies bei uns allen, ob sehbehindert oder nicht. 

Bei Strassenübergängen mit Ampeln wird stark mit Kontrasten gearbeitet. Der gelbe Ampeldrücker und die taktil-visuelle Markierung erleichtern das Auffinden des Ampelmasts und des Anforderungsgeräts. Auch bei Treppenabsätzen und Geländeabstufungen hilft eine kontrastreiche Treppen- und Stufenmarkierung in weiss oder gelb. So wird die Sicherheit für alle Nutzenden erhöht. Und auch überall, wo Glasflächen in die Architektur mit einbezogen werden, müssen ca. 1,50 m über Boden nicht transparente Markierungen zur Sicherheit angebracht werden (Richtlinien «Visuelle Kontraste», Hindernisfreie Architektur – die Schweizer Fachstelle, 2017). Niemand möchte gerne gegen eine Scheibe laufen! 

Taktile Beschriftungen in Bauten und Anlagen 

Die Norm SIA 500 sieht für die Bezeichnung von Fahrstühlen, Räumen, Toiletten und Etagen ertastbare Informationen mit Reliefbeschriftung und/oder mit ertastbaren Pikto-grammen vor. Merkblatt 121 «Relief- und Brailleschriften», Hindernisfreie Architektur – die Schweizer Fachstelle, 2020 regelt, dass für kurze Worte und Bezeichnungen Reliefschriften geeignet sind, da sie nicht nur blinden Personen von Nutzen sind. Um längere Bezeichnungen und Textinformationen, z.B. auf Informationstafeln und Reliefplänen zu lesen, ist hingegen Braille besser geeignet. Werden Beschriftungen spezifisch als Orientierungshilfe für Menschen mit Sehbehinderung eingesetzt, z.B. Gleisbezeichnungen am Handlauf, Raumnummern etc., ist es sinnvoll, diese taktil-visuellen Tafeln sowohl in Relief- als auch in Braille-Schrift anzubringen. 

Taktil-visuelle Markierungen sind immer als Ergänzung gedacht 

Leitlinien, Aufmerksamkeitsfelder etc. (auf Trottoirs sind sie weiss, auf Fahrbahnen gelb) werden subsidiär eingesetzt. Also dort, wo die Orientierung mit dem Weissen Stock durch die baulichen Elemente nicht gewährleistet ist und sie aus funktionalen Gründen notwendig oder für die Sicherheit im Verkehr sinnvoll sind. Erst wenn keine architektonischen Mittel möglich sind, sollten Leitlinien-Systeme installiert werden. Ganz sicher sollte dies aber immer an Haltestellen, Lichtsignalen oder zum Auffinden von Querungen sein. (Merkblatt 114 «Leitliniensystem Schweiz», Hindernisfreie Architektur – die Schweizer Fachstelle, 2019). 

Die Wegführung mit baulichen Elementen ist der Markierung durch Leitlinien stets vorzuziehen, weil sie orientierungsmässig flexibler nutzbar sind, weniger Unterhalt erfordern und den Grundsatz «Design for All» ohne zusätzliche Massnahmen und Kosten erfüllen. 

«Prinzip der Verhältnismässigkeit» – es geht immer auch um Mehrkosten 

Werden die Massnahmen rechtzeitig bei der Planung berücksichtigt, entstehen kaum Mehrkosten. Elemente der Entwässerung, Randabschlüsse und Beläge sind auf Verkehrsflächen immer erforderlich. Werden diese taktil erfassbar gestaltet, geschickt angeordnet und wird gleichzeitig die Anordnung von Möblierungselementen, Parkfeldern, Pfosten und Masten beachtet, können diese baulichen Elemente die Wegführung sicherstellen. Auf das Anbringen und Unterhalten von taktil-visuellen Markierungen für Sehbehinderte kann so an vielen Orten verzichtet werden. Es gilt hier das «Prinzip der Verhältnismässigkeit» («Strasse und Verkehr Nr. 12» Hindernisfreie Architektur – die Schweizer Fachstelle, 2014). 

Nutzung, Verkehrssicherheit und städtebauliche Gestaltung sollen unter einen Hut gebracht werden. Dies ist eine Kunst, welche in der Zukunft immer mehr gefordert wird. Denn gute Architektur bietet allen Menschen räumliche Qualität und Komfort – ohne zwangsläufige Abstriche bei der Ästhetik. 

Positive Zukunftsaussichten – das neu revidierte Bundesgesetz über das öffentli-che Beschaffungswesen (Bulletin Nr. 65 – April 2021/Hindernisfreie Architektur – die Schweizer Fachstelle) 

Auch die Politik zieht am gleichen Strang. Am 1. Januar 2021 ist das revidierte Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) in Kraft getreten. Es läutet einen Paradigmenwechsel in der Vergabekultur von Bauprojekten ein: Neu erhält das «vorteilhafteste» Angebot den Zuschlag und nicht mehr das «wirtschaftlich günstigste». Das Versprechen lautet: Ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit werden in Zukunft bei der Vergabe im öffentlichen Beschaffungswesen als gleichwertige Kriterien beurteilt. Wenn das nicht ein Schritt in die barrierefreie Zukunft ist!

 

 

Vortrag zur Jubiläumsaktion 21.10.2021, 19:00 Uhr, Architekturforum Zürich

Die vier Gewinnerprojekte aus unserer Jubiläumsaktion «Der Hauseingang als Visitenkarte» werden am Donnerstag, den 21.10.2021, 19:00 Uhr im Architekturforum Zürich einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Anlässlich ihres 40-Jahr-Jubiläums lobte die Schweizer Fachstelle für hindernisfreie Architektur im vergangenen Sommer den Wettbewerb «Der Hauseingang als Visitenkarte» aus.

Gesucht waren vorbildlich gestaltete hindernisfreie Hauseingänge für alle Arten von Gebäuden. Der englische Begriff «accessibility» macht deutlich: Hindernisfreiheit beginnt beim Zugang zum Gebäude und stand daher bei der Jubiläumsaktion im Fokus. Die vier Gewinnerprojekte werden im Architekturforum Zürich einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Sie zeigen allesamt, wie sich Hindernisfreiheit im Sinne des «Design for all» selbstverständlich in ein Gesamtkonzept integrieren lässt.

Als die Fachstelle 1981, im UNO-Jahr der Behinderten, gegründet wurde, ging es zunächst darum die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben überhaupt zu ermöglichenZiel hiess deshalb: den Mangel an Standards für das behindertengerechte Bauen zu beheben. Welche Fortschritte es in den letzten 40 Jahren gab, zeigt sich heute eindrücklich darin, dass nicht mehr von behindertengerecht, sondern von hindernisfrei gesprochen wird und sich seit 2017 auch im Namen der Fachstelle «Hindernisfreie Architektur» niederschlägt.

Einlass: 19:00 Uhr

Vortrag mit anschliessender Diskussion im Publikum unter Anwesenheit der Jurymitglieder: Gian Trachsler, Studio Trachsler Hoffmann, Zürich / Barbara Schaub, Schaub Zwicky Architekten, Zürich, Fachberaterin sehbehindertengerechtes Bauen / Eva Schmidt, Hindernisfreie Architektur, Zürich / Nadine Kahnt, Hindernisfreie Architektur, Zürich

Es gilt die GGG-Regel.

 

Geschäftsbericht aktuell

Das zurückliegende Geschäftsjahr war ein Ausnahmejahr. Geradeso als wollten wir die Chance für einen Wandel, der bekanntlich jeder Krise innewohnt, nicht verpassen konnten wir die Herausforderungen auch unter besonderen Umständen meistern.


Die Schweizer Fachstelle sah sich 2020 mit einem eher seltenen Phänomen konfrontiert: während wir einerseits bei wichtigen Expertisen intervenieren mussten, überraschte uns andererseits die aufkommende hohe Nachfrage für Beratungen. Sie mündete in neuen Grundlagen für die Interessensvertretung zum «sehbehindertengerechten Bauen». Stillstand sieht anders aus. Aber schauen Sie selbst im aktuellen Geschäftsbericht 2020.

Neues Merkblatt 150 «Rollstuhlgerechte Ladeplätze»

Bei der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge muss bezüglich Dimensionierung, Ausstattung und Nutzung ein chancengleicher Zugang für Rollstuhlfahrende gewährleistet sein.



Gestützt auf das Klimaziel des Bundes wird der Umstieg auf Elektromobilität in der ganzen Schweiz gefördert, die Infrastruktur zum Laden von Elektrofahrzeugen befindet sich im Aufbau. Auch bei Personen mit Rollstuhl sind Elektrofahrzeuge sehr beliebt, da diese diverse Annehmlichkeiten wie zum Beispiel selbst öffnende Türen oder sprachgesteuerte Features bieten können. Gerade deshalb ist es unabdingbar, dass Ladeplätze, die öffentlich angeboten werden, ohne Benachteiligung auch für Menschen mit Behinderung nutzbar sind. 

Dieses Merkblatt unterstützt Planende und Betreiber bei der Wahl eines geeigneten Konzepts zur Planung und Umsetzung der Hindernisfreiheit. Auch vermittelt es den Bewilligungsbehörden wichtige Grundlagen zur Beurteilung von Baugesuchen.

Einsendeschluss 16. August Jubiläumsaktion 2021 – Wir zeigen beispielhafte Architektur!

Der Hauseingang als Visitenkarte – realisierte innovative, architektonisch beispielhafte Zugangssituationen – natürlich hindernisfrei!
Senden Sie uns beispielhafte Lösungen. Die Besten werden im Herbst auf unserer Website und in einer Fachzeitschrift publiziert.

Es sind sorgfältig geplante räumliche Bezüge und bauliche wie gestalterische Lösungen die den Hauseingang auszeichnen den wir mit dieser Ausschreibung suchen.

Bei Neubauten als selbstverständliche Qualität vorausgesetzt, ist die Hindernisfreiheit als solche unsichtbar. Dazu möchten wir unterschiedliche konzeptionelle und gestalterische Lösungen zeigen, die eine hohe räumliche Qualität mit Nutzungsqualität und Hindernisfreiheit verbinden.

Was im Neubau eine Selbstverständlichkeit, ist bei bestehenden Bauten eine besondere Herausforderung. Bestehende Hauseingänge die bei einem Umbau hindernisfrei zugänglich gemacht wurden, sind die zweite Kategorie von Lösungen die wir zeigen möchten.

Die besten und interessantesten Hauseingänge werden im Oktober an einer Veranstaltung im Architekturforum Zürich vorgestellt und auf unserer Website sowie in einer Fachzeitschrift publiziert.

Senden Sie uns aussagekräftige Fotos und Planausschnitte mit Angabe von Strasse und Ort per E-mail an: fachstelle@hindernisfreie-architektur.ch

Einsendeschluss 16.08.2021

Licht in Alters-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen

Erfahren Sie welche Anforderungen zu beachten sind, wenn Innenräume für Menschen mit Seheinschränkungen konzipiert werden, und welche Erkenntnisse aus Forschung und Praxis diesen zu Grunde liegen.


Licht beeinflusst das Wohlbefinden. Wer aufgrund des Alters oder einer Sehbehinderung nicht optimal sieht, reagiert besonders empfindsam auf ungeeignete Beleuchtungssituationen. Für Alters-, Wohn und Pflegeeinrichtung gelten daher erhöhte Anforderungen an die Qualität der Beleuchtung.

Die Anforderungen sind in den Richtlinien SLG 104 «Alters- und sehbehindertengerechte Beleuchtung» geregelt. Welche Erkenntnisse aus Forschung und Praxis diesen zu Grunde liegen wird in der neuen Broschüre «Licht in Alters-, Wohn- und Pflegeeinrichtungen» anschaulich dargelegt und erläutert.

Titelbild Richtlinien Licht in Alters-, Wohn- und Pflegeeinrichtunge

40 Jahre Architektur für alle – jetzt im bulletin 65

Anlässlich unseres Jubiläums werfen wir nicht nur einen Blick zurück in die Anfänge Hindernisfreier Architektur, sondern liefern erste Denkanstösse für die Zukunft: BIM – Chance oder Risiko für eine hindernisfreie Architektur?


Es gibt den standardisierten Menschen genauso wenig wie die standardisierte Behinderung. Die körperlichen Fähigkeiten und die Sinneswahrnehmungen von Menschen sind vielfältig. Wer entscheidet, für welchen Typ Mensch geplant und welcher vernachlässigt wird? Mit der Entwicklung neuer Planungs­tools wird diese Frage – wie in diesem Heft zu lesen – erneut zur Diskussion gestellt. Als die Gründer der Schweizer Fachstelle 1981 ihre Arbeit aufnahmen, war ihre Absicht, den Mangel an Standards für das behindertengerechte Bauen zu beheben. Akribisch erforschten sie nutzerspezifische Abhängigkeiten und führten ergonomische Feldstudien durch.

Die Resultate dieser Arbeit sind heute zu einem grossen Teil schweizweit geltender Standard. Darauf sind wir stolz! Zu oft wird das hindernisfreie Bauen aber nach wie vor als lästige Pflicht gesehen. Heute erwarten wir deshalb von Architekturschaffenden, dass sie konzeptionelle und gestalterische Ideen mit praktischen Werten unter einen Hut bringen und Bauten erstellen, die für alle Menschen nutzbar sind. Dieses Denken wünschen wir uns für die nächsten 40 Jahre – es sollte zur eigentlichen Kür werden!

Wir sind umgezogen!

Seit dem 1. April 2021 finden Sie uns im Zollhaus – beim HB Zürich.

Hindernisfreie Architektur –
Die Schweizer Fachstelle
Zollstrasse 115, 8005 Zürich

Telefon wie bisher:
+41 (0)44 299 97 97
www.hindernisfreie-architektur.ch

Endlich zeitgemässe hindernisfreie Räume! Mit Taten statt mit Worten zeigen wir mit dem Umzug 2021 in den Neubau der Genossenschaft Kalkbreite, dass die hindernisfreie Architektur sichtbare Fortschritte macht. Indem wir unserer Mietfläche reduzieren und gleichzeitig von den gemeinschaftlichen Räumen der Genossenschaft profitieren, leisten wir nicht nur einen Beitrag zum nachhaltigeren Flächenverbrauch, sondern spielen auch wichtige zusätzliche Ressourcen für unsere tägliche Grundlagenarbeit frei – für eine hindernisfreie Umwelt von morgen.

 

Neues akustisches Signal am Fussgängerübergang

Mit einer neuen VSS Norm werden ergänzend zu den taktilen Signalen an Fussgängerübergängen auch die akustischen Signale geregelt. Neu eingeführt wurde ein akustisches Übergangssignal.



An der Erarbeitung der neuen VSS-Norm 40 836-1 «taktile und akustische Zusatzeinrichtungen» haben die Schweizer Fachstelle und ihre Fachkommission für sehbehinderten- und blindengerechtes Bauen intensiv mitgewirkt. Ein kleines Forschungsprojekt wurde durchgeführt, um die Führungsfunktion akustischer Signale zu untersuchen, und Erkenntnisse für die Lautstärkeneinstellung zu gewinnen. An zwei Kreuzungen in Bern haben sehbehinderte Personen begleitet von Technikern mit Messinstrumenten die Übergänge begangen. Nach jeder Querung wurden sie zur Erkennbarkeit und Führungsqualität der akustischen Signale befragt. Die Resultate der Befragung wurden anschliessend mit den Messprotokollen und einer simultan erfassten Tonaufnahme abgeglichen und ausgewertet.

Die Norm wurde in Zusammenarbeit mit zwei erfahrenen Ingenieuren und Lichtsignal-Spezialisten des VSS, Nicklaus Bischofberger und Georg Meng erarbeitet. Sie definiert nicht nur die Ausgestaltung und Anwendung der taktilen Signale sondern neu auch von akustischen Signalen. Bisher wurden akustische Signale in der Schweiz nach einer DIN-Norm ausgeführt. Die neue Norm regelt auch differenziert die Einsatzkriterien für akustische Signale und deren Einstellung.

Neu eingeführt wird mit dieser Norm das akustisches Übergangssignal, welches Menschen mit Sehbehinderung das Ende der Grünzeit anzeigt und so lange ertönt, bis das orange Licht erlischt, und die Ampel für die Fussgänger auf Rot schaltet. Bisher hatten akustische Signale nach Ablauf der Grünphase direkt das Signal der Rotphase ausgegeben, was für Personen mit Sehbehinderung zu viel Stress führte. Neu werden die taktilen und die akustischen Zusatzsignale immer parallel zu den optischen Fussgänger-Lichtsignalen angezeigt, so dass Menschen mit Sehbehinderung über dieselben Informationen verfügen wie sehende Passanten.

Das «bulletin 064» ist soeben erschienen!

Das ist drin: Was bedeuten Gebäudelabel für die Hindernisfreiheit wirklich? – Und, wie steht es heute um das Hindernisfreie Wohnen?




Da längst nicht alle Wohnbauten unter die gesetzlichen Bestimmungen fallen und auch die minimalen Anforderungen der SIA-Norm 500 nicht konsequent umgesetzt werden, ist der Bestand an effektiv anpassbaren Wohnungen trotz Baukonjunktur bescheiden geblieben. Hier gehts zur neuen Ausgabe.

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