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Trennelemente haben je nach Funktionen und Verkehrssituation unterschiedliche Anforderungen an Gestalt und Ausführungsqualität zu erfüllen und sind anhand der Einsatzkriterien festzulegen.

Trennelemente haben als Abgrenzung zwischen Fussgängerbereich und Fahrbahn eine wichtige Funktion für die Sicherheit. Sie erfüllen immer auch eine Führungsfunktion für Menschen mit Sehbehinderung. Die Vorgaben nach der Norm SN 640 075 «Hindernisfreier Verkehrsraum» sind nachfolgend dargelegt. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt 116 «Randabschlüsse».

Trennelemente

Die Norm unterscheidet zwischen Trennelementen, die eingesetzt werden können, wo Fussgängerinnen und Fussgänger die Fahrbahn queren und solchen die eingesetzt werden, wo keine Querung vorgesehen ist. Ausserdem hält sie die Anforderungen an Trennelemente fest, welche bei Veloverkehr geeignet sind.

Wo kein Queren für den Fussverkehr vorgesehen ist kommen folgende Trennelemente zum Einsatz (Anh. 7.1):

  • vertikale Absätze mit Höhen ≥ 60 mm
  • schräge Randabschlüsse mit Höhen von 60 – 80 mm und Breiten von 0.25 – 0.30 m
  • Abschrankungen mit einem Sockel oder einer Traverse max. 0.30 m über Boden
  • Trennstreifen mit Breiten ≥ 0.60 m, die eindeutig als nicht befestigte Fläche ertastbar oder mit Stellplatten eingefasst sind

An punktuellen oder flächigen Querungen kommen folgende Elemente zum Einsatz (Anh. 7.1):

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  • Niedrige vertikale Absätze von 30 mm Höhe


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  • Niedrige schräge Randabschlüsse mit 40 mm Höhe und 0.13 – 0.16 m Breite, bei einem Gefälle der angrenzenden Fussgängerbereiche von max. 3%


punktuelle Auffahrtrampen 2

  • Punktuelle Auffahrtsrampen (Anh. 7.1.2) von 1.0 m Breite können bei niedrigen vertikalen Absätzen eingesetzt werden um einen komfortablen Zugang zum Trottoir zu gewährleisten. Diese sind für Sehbehinderte mit Noppen gekennzeichnet.

Trennelemente an Querungen haben gemäss Norm hohe Anforderungen an die Ausführungsqualität zu erfüllen (Anh. 8.1.2):

  • Ebenheit der Randsteine, möglichst wenig Fugen
  • Abweichungen von den Sollwerten in der Höhenlage max. 5 mm
  • Belagsüberbau max. 5mm 
  • Wasserstein mit möglichst geringer Neigung und einer ≥ 0.15 m
  • Quergefälle der angrenzenden Fahrbahn ≤ 3% damit radgebunden Hilfsmittel nicht in der Mulde hängen bleiben.

Damit Trennelemente nicht zur Stolperfalle werden, müssen sie sich mit einem Helligkeitskontrast von den angrenzenden Flächen abheben (Anh. 7.1). Ein Beton oder Granitstein erfüllt in der Regel den nach Norm erforderlichen Helligkeitskontrast von K ≥ 0.3 (Anh. 13.5) gegenüber einer bituminösen Deckschicht. Bei Absätzen die ohne Versteinung ausgeführt werden, z.B. eine Betoninsel auf einer Betonfahrbahn oder ein Absatz in Asphalt, der mit einem Kanteisen erstellt wird, ist hingegen eine visuelle Kennzeichnung mit einer Markierung erforderlich. Weiterführende Informationen finden Sie in den Richtlinien zur Planung und Bestimmung visueller Kontraste.

Für Trennelemente bei Veloverkehr unterscheidet die Norm SN 640 075 in solche, die mit dem Velo befahrbar und mit dem weissen Stock ertastbar sein müssen ohne dass das Queren für Fussgänger und Personen im Rollstuhl vorgesehen ist (z.B. an Trottoirüberfahrten) und solche, die sowohl mit dem Rollstuhl als auch mit dem Velo befahrbar und gleichzeitig mit dem weissen Stock ertastbar sein müssen (Anh. 7.1.3).

Mit Rollstuhl und Velo befahrbare Trennelemente sind:

  • niedrige schräge Randabschlüsse
  • niedrige vertikale Randabschlüsse in Kombination mit einer breiten punktuellen Auffahrtsrampe

Bei Abgrenzungen zwischen Fussgängerbereich und Fahrbahn, die nur vom Veloverkehr genutzt werden, sind zusätzlich zu oben genannten Trennelementen auch folgende Lösungen möglich:

  • schräge Randabschlüsse mit 60 mm Höhe und einer Breite von 0.25 bis 0.30 m (bevorzugte Lösung aus Sicht des Veloverkehrs)
  • vertikale niedrige Randabschlüsse mit einer schmalen punktuellen Auffahrtsrampe. Der Absatz von 30 mm Höhe darf in einer Länge von maximal 0.50 m unterschritten werden.

Wahl des geeigneten Trennelementes

Wo nach der Norm SN 640 075 (Ziff. 15) eine Abgrenzung zwischen Fussgängerbereich und Fahrbahn mit Trennelementen erforderlich ist, sind die geeigneten Elemente mit Hilfe der Tabelle festzulegen:

Einsatz verschiedener Randabschlüsse

Die Kriterien für die Wahl des am besten geeigneten Randabschlusses, sowie die Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungen, werden in der Norm detailliert beschrieben (Anh. 7.1.1). Nachfolgend sind die wichtigsten Aussagen dargelegt und mit weiteren Ausführungen ergänzt:

Vertikale Absätze:

  • Ein vertikaler Absatz von 60 mm Höhe und mehr kann als Trennelement eindeutig erkannt und interpretiert werden. Er eignet sich für verkehrsorientierte Strassen.
  • Niedrige Absätze von 30 mm Höhe können mit Rollstuhl und Rollator befahren werden. Sie sind mit dem weissen Stock besser ertastbar als schräge Randabschlüsse und gewährleisten das Ausrichten am Fahrbahnrand zur Querung. Als Längsführung und Abgrenzung zur Fahrbahn bieten sie mehr Sicherheit als schräge Randabschlüsse.

Schräger Randabschlüsse:

  • Schräge Randabschlüsse sind mit dem weissen Stock nur erkennbar, wenn die angrenzenden Fussgängerbereiche eine Neigung aufweisen, die deutlich von derjenigen des Randsteins abweicht. Die VSS Norm hält dazu fest, dass angrenzende Fussgängerbereiche eine Querneigung zur Fahrbahn von max. 3% aufweisen dürfen.
  • Schräge Randabschlüsse mit Höhen von mehr als 40 mm können von einigen Rollstuhlfahrern nicht überwunden werden und dürfen darum nur eingesetzt werden, wenn kein rollstuhlgerechter Zugang erforderlich ist. Sie sind insbesondere bei Trottoirüberfahrten und Auffahrten für den Veloverkehr geeignet.
  • Niedrige schräge Randabschlüsse mit 40 mm Höhe und einer Breite von 0.13 bis 0.16 m sind als Alternative zum vertikalen Absatz von 30 mm Höhe einsetzbar, sofern die Querneigung der angrenzenden Fussgängerfläche ≤ 3% beträgt. Sie sind mit dem Rollator und eine Elektrorollstuhl einfacher zu befahren als vertikale Absätze. Vorteile für Handrollstuhlfahrer sind nicht nachweisbar.

Die Anforderungen an Randabschlüsse basieren auf umfassenden Tests und Befragungen an mehreren Versuchsanordnungen und mit einer grossen Anzahl an Testpersonen mit Mobilitätseinschränkungen welche die Fachstelle durchgeführt oder begleitet hat. Sie decken sich mit vergleichbaren Studien aus dem Ausland.

 

Stand 11.07.2017

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