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Die Norm SIA 500 «Hindernisfreie Bauten» gilt für die Projektierung und Ausführung von öffentlich zugänglichen Bauten, Wohnbauten und Bauten mit Arbeitsplätzen.

Abgrenzung

Die Norm betrifft Vorhaben zum Neubau und Umbau, zur Instandsetzung und Umnutzung von Bauten für dauernde oder befristete Nutzung sowie Ausstattung von Bauten und zur Gestaltung von Aussenräumen (Ziff. 0.1.1).

Das Behindertengleichstellungsgesetz, (BehiG), die kantonalen und kommunalen Gesetze und Vorschriften regeln wo hindernisfrei gebaut werden muss und die Norm verbindlich einzuhalten ist.

Die Norm SIA 500 definiert wie hindernisfreie Bauten zu gestalten sind. Die Anforderungen variieren je nach Art und Weise der Gebäudenutzung und sind in drei Kategorien unterteilt (Ziff. 0.1.3):

  • öffentlich zugängliche Bauten,
  • Bauten mit Wohnungen,
  • Bauten mit Arbeitsplätzen.

Für Bauten zur Pflege und Betreuung von Personen, wie Spitäler, Rehabilitationsstätten, Wohn- und Pflegeheime sind die Anforderungen der Norm unzureichend. Für diese Bauten sind die spezifischen, dem jeweiligen Zweck entsprechenden Anforderungen entscheidend (Ziff. 0.1.5).

Individuelle Anpassungen an Bauten mit Wohnungen oder Arbeitsplätzen müssen den grösstmöglichen Nutzen für diejenige Person erfüllen, für die sie vorgenommen werden. Die Anforderungen dieser Personen gehen gegenüber der SIA 500 vor (Ziff. 0.1.6).

Abweichungen

Zeigt das Projekt Abweichungen von den Anforderungen dieser Norm, sind diese nur gestattet, wenn nachgewiesen ist, dass die einzelnen abweichenden Massnahmen, die Anforderungen der Norm anderswie erfüllen (Ziff. 0.2.1).

Falls in einem Bauvorhaben einzelne Bestimmungen dieser Norm nicht eingehalten werden können, sind die Abweichungen im Rahmen der Verhältnismässigkeit durch die zuständigen Instanzen festzulegen (Ziff. 0.2.2)

Spezifische Begriffe

Mit den Begriffen bedingt zulässig und vorzugsweise räumt die Norm, z.B. für Umbauten, einen Spielraum ein, um die Anforderungen zweckmässig differenzieren zu können. Nicht Gegenstand der Norm sind die regeln zur Bestimmung der Verhältnismässigkeit sowie die Güterabwägung zwischen einander konkurierrenden Anforderungen (Ziff. 1.2). Die Schweizer Fachstelle interpretiert die beiden Begriffe wie folgt:

  • bedingt zulässig: nur im Fall von Umbau, Instandsetzung oder Umnutzung
  • vorzugsweise: die beste Lösung für den konkreten, betrachteten Fall ist sofern möglich einzuhalten

Masse und Toleranzen

Die Massangaben sind Sollmasse: sie beziehen sich auf Massen am Fertigbau (Ziff. 1.4.1 und 1.4.2).

Zulässige Massabweichungen (Ziff. 1.4.2):

  • bis 0.10 m: 10 mm
  • bis 1.00 m: 20 mm
  • über 1.00 m: 30 mm.

Zulässige Massabweichungen bei Gefälle (Ziff. 1.4.3):

  • bis 1% von den Sollwerten.
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